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Stellungnahme zu Änderungsvorschlägen zu IFRS 3 und IFRS 11 veröffentlicht

IFRS-FA des DRSC nimmt Stellung zu den Änderungsvorschlägen des IASB zu IFRS 3 und IFRS 11.
Bild: Haufe Online Redaktion

Während der IFRS-FA des DRSC die Vorschläge im ED/2016/1 zu IFRS 11 begrüßt, kritisiert er die Vorschläge zu IFRS 3 zur Definition eines business als weniger hilfreich.

Das IASB hat am 28.6.2016 den Entwurf ED/2016/1 - Definition of a Business and Accounting for Previously Held Interests zu Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11 veröffentlicht. Der ED enthält neue Lösungsansätze zur Abgrenzung eines business von einer Gruppe von Vermögenswerten sowie zur Bilanzierung von zuvor gehaltenen Anteilen bei erstmaliger Erlangung von (gemeinschaftlicher) Kontrolle.

Unterschiedliche Bewertung der Änderungsvorschläge

Der IFRS-Fachausschuss (IFRS-FA) des DRSC hat am 7.10.2016 zu diesem Entwurf seine Stellungnahme beim IASB eingereicht. Während die Änderungsvorschläge zu IFRS 11 (Bilanzierung von zuvor gehaltenen Anteilen) ohne Einwände voll unterstützt werden, werden die angedachten Neuregelungen in IFRS 3 kritisch beurteilt. Zwar sei es nach Ansicht des DRSC zu begrüßen, dass dieses Praxisthema einer fachlichen Verbesserung unterzogen wird, jedoch seien die enthalten Vorschläge im ED nach wie vor nicht hilfreich („do not sufficiently help“).

Änderungen an IFRS 3: Vorgesehener Zweistufentest zur Identifizierung eines business ermessensbehaftet

Dies wird an mehreren Punkten dargelegt. Der neu vorgesehene zweistufige Test (screening test) in IFRS 3.B8A sei letztlich auch ermessensbehaftet („do not enable an unambiguous application“) und beseitigt die bestehende Unsicherheit in der Identifizierung eines business nicht. So ist grundsätzlich in einem ersten Schritt zu prüfen, ob sich der fair value des erworbenen Vermögens auf nur einen einzigen identifizierbaren Vermögenswert  oder auf eine Gruppe von ähnlichen Vermögenswerten konzentriert. Sofern mit dem gezahlten Kaufpreis nur ein einziger Vermögenswert tatsächlich vergütet wird, liegt kein business vor. Sofern eine Gruppe erworben wird, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob diese mindestens einen Input und einen substanziellen Prozess umfassen, um zusammen die Möglichkeit zu haben einen output zu kreieren.

Schlussfolgerungen im ersten Schritt verwirrend

Bereits im ersten Schritt sei nicht klar, wie sich ein einzelner Vermögenswert von einer Gruppe von Vermögenswerten abgrenze, da nicht gänzlich geklärt sei, was nach IFRS überhaupt die relevante unit of account darstelle oder wie Begrifflichkeiten wie „similar“ auszulegen sind. Auch sind die im ED enthaltenen Schlussfolgerungen nach Ansicht des DRSC verwirrend. So wird in einem Beispiel im ED auf das Vorliegen von „any other intangible asset that is not identifiable“ verwiesen. Dies sei nach Ansicht des DRSC somit ein Indikator für die Identifikation eines goodwill und somit ein Indikator für ein business. Im ED kommt das IASB jedoch zu einem gegenteiligen Ergebnis.

Zweiter Schritt nicht gänzlich nachvollziehbar

Auch der zweite Schritt des Tests ist nach Auffassung des IFRS-FA des DRSC in Anwendung der begleitenden Beispiele nicht gänzlich nachvollziehbar. So wird in einer neuen guideline (IFRS 3.B8) festgehalten, dass “a business need not include all of the inputs or processes that the seller used in operating that business”. Jetzt sei es noch weniger klar, welche konkreten inputs (Anzahl?) und Prozesse den Erwerb eines business ausmachen würden. Insbesondere das (Nicht-)Vorliegen des Erwerbs eines Mitarbeiterstamms (workforce) sei nicht klar. Die Beispiele ließen den Schluss zu, dass dies wohl ein entscheidendes Kriterium sei. Dies sei dann aber nach Ansicht des DRSC auch entsprechend mehr hervorzuheben, wenn dies die Intention des IASB sei.

EFRAG äußerte bereits ähnliche Bedenken

Ähnliche Bedenken zur Anwendung der neuen Beispiele hatte bereits die Europäische Beratungsgruppe für Rechnungslegung (EFRAG) in ihrer Stellungnahme vom 27.7.2016 geäußert.

Hinweis: Klarere Formulierung der Neuregelungen wünschenswert

Die Abgrenzung eines business nach IFRS 3 ist bislang ermessensbehaftet. Die Neuregelungen des IASB sollten daher – den Anregungen des DRSC folgend – klarer formuliert werden, damit der Praxis bei einer entscheidenden Frage im Accounting auch ein einfaches Werkzeug an die Hand gegeben wird.

Schlagworte zum Thema:  DRSC, IFRS, Stellungnahme, IASB

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