16.07.2012 | Serie Dienstwagen in einer GmbH nutzen

Was ein Gesellschafter bei der Privatnutzung zu beachten hat

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Worauf bei der privaten Nutzung eines Firmenwagens durch den GmbH-Gesellschafter geachtet werden muss
Bild: Haufe Online Redaktion

Wird bei einer GmbH dem Gesellschafter ein Firmenwagen zur Nutzung überlassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese steuerliche zu gestalten. In der Praxis stellt sich oft die Frage, worauf ein Gesellschafter bei der privaten Nutzung des Dienstwagens einer GmbH achten muss.

Der BFH hatte in mehreren Urteilen entschieden, wie die private Nutzung eines Firmenwagens durch Gesellschafter-Geschäftsführer zu behandeln ist (BFH, Urteil v. 23.1.2008, I R 8/06, BFH, Urteil v. 23.4.2009, VI R 81/06, und BFH, Urteil v. 11.2.2010, VI R 43/09). Danach ist die Nutzung eines betrieblichen Kfz durch einen Gesellschafter-Geschäftsführer nur dann betrieblich veranlasst, wenn eine fremdübliche Überlassungs- oder Nutzungsvereinbarung getroffen worden ist.

Liegt keine fremdübliche Überlassungs- oder Nutzungsvereinbarung vor oder geht die private Nutzung darüber hinaus oder erfolgt die Privatnutzung, obwohl sie vertraglich ausdrücklich ausgeschlossen wurde, ist eine Privatnutzung des Firmen-Pkw durch das Gesellschaftsverhältnis zumindest mit veranlasst. In dieser Situation ist sowohl bei einem beherrschenden als auch bei einem nicht beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer von einer verdeckten Gewinnausschüttung auszugehen.

Steuerliche Behandlung der privaten Nutzung: Arbeitslohn, Miete oder verdeckte Gewinnausschüttung

Kauft die GmbH einen Pkw, handelt es sich immer um einen Firmenwagen, der im Betriebsvermögen der GmbH auszuweisen ist. Zu der Frage, wie die Abgrenzung bei der privaten Pkw-Nutzung durch die Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH vorzunehmen ist, hat das BMF in seinem neuen Schreiben wie folgt Stellung genommen: 

Bei der privaten Nutzung kommt es auf die betriebsinterne Vereinbarung und die tatsächliche Handhabung an, wobei es insgesamt die folgenden drei Varianten gibt:

  • Der Gesellschafter-Geschäftsführer nutzt den Firmenwagen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses, das die GmbH mit ihm abgeschlossen hat. Die Nutzung muss entweder im Anstellungsvertrag geregelt sein oder durch eine mündliche bzw. konkludente Vereinbarung. Die private Nutzung ist als Sachbezug einzuordnen. Der Wert wird, wenn kein Fahrtenbuch geführt wird, mithilfe der 1-%-Regelung ermittelt. Wichtig: Der Sachbezug muss zeitnah als Lohnaufwand gebucht und die Lohnsteuer abgeführt werden.  

  • Erfolgt die Überlassung des Fahrzeugs nicht im Rahmen des Arbeitsverhältnisses, sondern durch einen entgeltlichen Überlassungsvertrag (Mietvertrag), muss die Vereinbarung tatsächlich durchgeführt werden. Wenn keine Zahlungen vorgenommen werden, muss das Nutzungsentgelt zeitnah dem Verrechnungskonto des Gesellschafts-Geschäftsführers belastet werden. Auf diese Buchung darf nicht verzichtet werden. 

  • Nutzt der Gesellschafter-Geschäftsführer den Firmenwagen für private Fahrten und erfolgt die private Nutzung außerhalb eines Arbeitsverhältnisses und außerhalb eines entgeltlichen Überlassungsvertrags, dann ist von einer verdeckten Gewinnausschüttung auszugehen, die der Gesellschafter als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu versteuern hat.

Die verdeckte Gewinnausschüttung ist mit der Vergütung anzusetzen, die bei einer Vermietung üblicherweise erzielbar ist. Aus Vereinfachungsgründen kann die private Nutzung auch mithilfe der 1-%-Methode ermittelt werden.

(BMF, Schreiben v. 3.4.2012, Az.: IV C 2 - S 2742/08/10001)

Schlagworte zum Thema:  Private Pkw-Nutzung, Gesellschafter-Geschäftsführer, GmbH, Dienstwagen, GmbH-Gesellschafter

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