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CFO-Studie: Gehälter von Finanzvorständen steigen im deutschsprachigen Raum

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Finanzvorständen werden zunehmend komplexer und herausfordernder. Im deutschsprachigen Raum spiegelt sich das in Spitzengehältern wider.

Im europäischen Vergleich können sich insbesondere die Finanzexperten aus dem deutschsprachigen Raum freuen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Spitzengehälter gezahlt. 40% der Befragten können mehr als 120.000 Euro für sich verbuchen. Immerhin 13% der Finanzvorstände verdienen mehr als 200.000 Euro jährlich. Im Gegensatz dazu sind die Gehälter in Polen, Schweden, Portugal und Spanien weniger attraktiv. Abgesehen davon steigt das Gehalt mit der Berufserfahrung und der Unternehmensgröße.

Abteilungsgröße und Aufgaben variieren zum Teil stark

Einig sind sich die Befragten darin, dass sie als Finanzvorstände in den meisten Fällen eine sehr exponierte und verantwortungsvolle Position im Unternehmen bekleiden. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden wird als kollegial und kooperativ empfunden.

Die Abteilungsgröße und die Aufgaben können allerdings stark variieren. In kleinen und mittleren Unternehmen finden sich häufig kleine Finanzabteilungen mit weniger als 10 Mitarbeitern. Bei größeren Unternehmen mit 5.000 oder mehr Mitarbeitern kann sich diese Situation durchaus ändern. Dies ist aber keinesfalls immer der Fall.

Daher gilt: Je kleiner die Finanzabteilung, desto größer die Aufgabenvielfalt des Finanzvorstandes. Neben der Kernaufgabe, den Überblick über die Finanzen zu behalten, übernehmen Finanzvorstände administrative Aufgaben. Rund die Hälfte von ihnen befasst sich auch mit juristischen Fragestellungen. Weitere Aufgabenfelder können sein:

  • Personalwirtschaft,
  • Logistik,
  • IT,
  • Einkauf bzw. Supply-Chain-Management.

Karrierepläne: CFOs sind weiter hungrig

Finanzvorstände verfolgen in der Regel sehr ehrgeizige Karriereziele. 17% der Befragten streben in den kommenden zwei Jahren die Position des Vorstandsvorsitzenden an. Fast die Hälfte von ihnen geht davon aus, dass sich ihr Aufgabenspektrum in naher Zukunft auch ohne Jobwechsel erweitern wird. Die Attraktivität der Position bemisst sich vor allem am Gehalt, neuen Perspektiven und der Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Optimierungspotenzial bei Strategiekompetenz und Soft Skills

Trotz der positiven Zukunftsaussichten sind nicht alle Finanzvorstände und Finanzdirektoren mit ihrer aktuellen Situation zufrieden. Um sich beruflich weiterzuentwickeln arbeiten viele von ihnen an ihrer Strategie- und Managementkompetenz. Beispielsweise halten 42% der Befragten ihre Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten für ausbaufähig. Weitere 25% sehen Verbesserungspotenziale bei Sprachkenntnissen.

Die Mobilität ist unter den Studienteilnehmern als recht hoch einzustufen. Fast die Hälfte ist bereit, das Heimatland für einen aussichtsreichen Job zu verlassen. Dies gilt insbesondere für jene Finanzvorstände, die bereits vorher Erfahrungen im Ausland gesammelt haben. Ähnlich wie bei der Bezahlung spielt die Unternehmensgröße eine entscheidende Rolle. Bei Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitern steigt die Chance für Auslandseinsätze deutlich an.

Grundlagen

Das European CFO Barometer 2011 wurde basiert auf einer Befragung von über 2.400 Finanzvorständen und Finanzdirektoren in mehr als 14 Ländern. Die Studie wird vom F.A.Z.-Institut und Michael Page International herausgegeben.

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