15.07.2016 | Serie BVBC: Gehaltsanalyse im Bereich Finanz- und Rechnungswesen

BVBC: Mehr Gehalt mit der richtigen Karrierestrategie

Serienelemente
Finanz- und Rechnungswesen: Gehaltsbestimmende Faktoren
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine klassische Ausbildung reicht nicht mehr, um sich im Finanz- und Rechnungswesen eine adäquate Position zu sichern. Weitere Abschlüsse, Spezialwissen und Biltroller-Kenntnisse sind heute gefragter denn je. Mit der richtigen Karrierestrategie können Sie nun punkten und Ihr Gehalt aufbessern.

Der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC) führt regelmäßig Gehaltsanalysen im Bereich Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling durch, da es in diesem Berufszweig sonst nur wenig verlässliche Informationen dazu gibt. Die Ergebnisse helfen den Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppen, ihre eigene Dotierung besser einordnen und liefern Personalabteilungen eine wichtige Orientierung für die Gehalts- und Personalplanung. In der diesjährigen Studie wurden 886 Teilnehmer befragt und in die drei Bereiche „Buchhaltung“, „Controlling“ und „andere übergreifende Leitungsfunktionen in Finanz- und Rechnungswesen sowie Steuern“ aufgeteilt, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu erhöhen. Dabei wurden die gehaltsbestimmenden Faktoren ermittelt, die mit der richtigen Strategie Ihr Gehalt verbessern.

Dies sind die gehaltsbestimmenden Faktoren, die mit der richtigen Strategie Ihr Gehalt verbessern:

1) Abschlüsse sammeln

Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling (78 % Männer und 66 % Frauen) verfügen überwiegend über mindestens einen weiteren Abschluss; viele haben sogar drei weitere Qualifikationen. Das zeigt: Praktische Kenntnisse werden häufig über ein zusätzliches betriebswirtschaftliches Studium an einer Berufsakademie, der IHK oder der VWA untermauert. Auch praxisorientierte Weiterbildungen zum „Geprüften Bilanzbuchhalter“ oder zum „Bilanzbuchhalter International“ werden darüber hinaus gerne absolviert.

Wichtig: Studium häufig Voraussetzung

Im Anforderungs- und Stellenprofil der Unternehmen wird immer häufiger ein Bachelor-, Diplom- oder Master-Studium vorausgesetzt. Wer einen solchen Abschluss vorweisen kann, kann gegenüber Wettbewerbern punkten. Im Grunde gilt: Je mehr Abschlüsse und je zielgerichteter die Karriereplanung, desto besser sind die Karrierechancen und damit auch das Gehalt.

2) Karrierestrategie erarbeiten

Wie die Studie zeigt, ist lebenslanges Lernen im Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling besonders wichtig, wenn es darum geht, seinen Marktwert und seine Karrierechancen zu erhöhen.

Wichtig: Generalist oder Spezialist?

Der Studie zufolge beschäftigen kleineren Unternehmen mit bis zu 150 Mitarbeitern gerne Generalisten, die die Aufgaben des Rechnungswesens und Controllings in einer Person vereinen. Man nennt sie auch „Biltroller“, d.h. Controller mit fundiertem Bilanzwissen oder Bilanzbuchhalter mit einem tiefen Verständnis für Planzahlen, Reportings und Kostenrechnung. In größeren Unternehmen werden dagegen häufig Experten mit Spezial- oder Nischenwissen gesucht. Machen Sie sich daher Gedanken, in welche Richtung Sie gehen möchten, um Ihre Karriereplanung samt Weiterbildung besser darauf abstimmen zu können.

3) Viel Berufserfahrung sammeln

Nach Ansicht der Befragten hat die Berufserfahrung den größten Einfluss auf das Gehalt, dicht gefolgt von der Übernahme von Führungsaufgaben. Dies spiegelt sich auch in der Studie wider, wonach Controller bereits nach zwei Jahren Berufserfahrung eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten, und auch im Bereich Buchhaltung steigt das Gehalt kontinuierlich mit der Berufserfahrung an, wobei davon auszugehen ist, dass sich die Befragten weitere Qualifikationen angeeignet haben. Holen Sie also das Optimale an Berufserfahrung für Ihre Karriereplanung heraus. Ein Jobwechsel mit neuen Aufgabenfeldern kann Sie ebenfalls voran bringen.

4) In die richtige Branche wechseln

Die höchsten Gehälter in der Buchhaltung und auch im Controlling werden in der Lebensmittelindustrie und der Konsum-/Investitionsgüterbranche erzielt. In diesen Branchen liegen die Einkommen deutlich über 60.000 EUR. Darüber hinaus zahlen  „Versorger“ (Strom, Gas, Wasser, Öl) sowie Unternehmen aus der „Telekommunikationsbranche“ und der „Banken/Versicherungsbranche“ höhere Gehälter an Controller als andere Branchen.

Hinweis: Kleine Unternehmen zahlen schlechter

Kleinere Unternehmen mit einem Umsatz unterhalb 10 Millionen EUR weisen wie bisher die geringeren Einkommen auf. Oft handelt es sich um Dienstleistungsunternehmen und Steuerberatungen, Wirtschaftsprüfungen und Unternehmensberatungen. Buchhalter und Controller verdienen hier wesentlich weniger (rund 12.300 EUR), wobei die Einkommensunterschiede bei Controllern nicht so gravierend ausfallen.

5) Softskills und Sprachkenntnisse ausbauen

Insgesamt zeigt die Studie, dass eine permanente Weiterbildung im Bereich Buchhaltung noch wichtiger ist als im Bereich Controlling oder bei „anderen übergreifenden Leitungsfunktionen“. Das liegt auch an den permanenten Gesetzesänderungen und -anpassungen, die eine kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich machen. Doch auch Softskills sowie englische Sprachkenntnisse spielen im Finanz- und Rechnungswesen und ganz besonders im Controlling eine übergeordnete Rolle. Viele Stellenangeboten werden nur noch in englischer Sprache verfasst und setzen internationale Rechnungslegungskenntnisse voraus. Wer hier gegenüber seinen Mitbewerbern punkten kann, gepaart mit internationalen Abschlüssen, kann sich nicht nur den Job, sondern auch ein „dickeres Gehalt“ sichern.

Hier kommen Sie zur Studie:

BVBC - Gehaltsanalyse Studie 2016

Schlagworte zum Thema:  HR-Controlling, Controlling, Gehälter, Löhne und Gehälter, Gehalt

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