22.07.2016 | Serie BVBC: Gehaltsanalyse im Bereich Finanz- und Rechnungswesen

BVBC: Branchentrends bei der Weiterbildung

Serienelemente
Erkenntnisse im Weiterbildungsbereich
Bild: Haufe Online Redaktion

Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen bevorzugen den persönlichen Austausch mit Gleichgesinnten, wie etwa auf Seminaren oder in Workshops, wo Fragen persönlich mit anderen Teilnehmern und Referenten diskutiert werden können. E-Learning-Plattformen oder Soziale Netzwerke spielen hier kaum eine Rolle. Das gilt im Übrigen auch für englischsprachige Stellenanzeigen...

Der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC) führt regelmäßig Gehaltsanalysen im Bereich Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling durch, da es in diesem Berufszweig sonst nur wenig verlässliche Informationen dazu gibt. Die Ergebnisse helfen den Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppen, ihre eigene Dotierung besser einordnen und liefern Personalabteilungen eine wichtige Orientierung für die Gehalts- und Personalplanung. In der diesjährigen Studie wurden 886 Teilnehmer befragt und in die drei Bereiche „Buchhaltung“, „Controlling“ und „andere übergreifende Leitungsfunktionen in Finanz- und Rechnungswesen sowie Steuern“ aufgeteilt, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu erhöhen.

Folgende interessanten Erkenntnisse im Weiterbildungsbereich:

Print-Medien wieder mehr nachgefragt

Print-Produkte werden im Finanz- und Rechnungswesen trotz zunehmender Digitalisierung wieder stärker nachgefragt. 57 % der Controller, 60 % der Gruppe „andere übergreifende Leitungsfunktionen“ und 67 % der (Bilanz-)Buchhalter nutzen bevorzugt Print-Medien, um sich fachlich aktuell zu halten. E-Paper, Newsletter und E-Books haben die Print-Medien damit nicht weiter verdrängt. 

Persönlicher Austausch wichtig

Seminare oder Workshops werden von Mitarbeitern aus dem Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling in der Regel mehr als einmal pro Jahr aufgesucht. Die Arbeitgeber bezuschussen und fördern gewöhnlich solche Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter. Dabei spielt das E-Learning eine untergeordnete Rolle, denn mehr als 90 % der Befragten bevorzugen die persönliche Teilnahme an einem Seminar, einem Vortrag oder Workshop. Soziale (Berufs-)Netzwerke, wie Xing oder Facebook, sind für die Branche irrelevant. Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen ziehen es vor, sich persönlich mit ihren Berufsgenossen auszutauschen, davon 70 % im Bereich Buchhaltung, 66 % im Controlling und 69 % im Bereich Steuern/Finanzen.

Hinweis: IT-Affinität trotzdem gegeben

Interessant ist, dass die Befragten Online-Netzwerken und elektronischen Medien trotzdem aufgeschlossen gegenüber stehen. Lediglich zur beruflichen Vernetzung und Fortbildung werden sie nicht so gerne herangezogen. Die 31- bis 50-Jährigen besitzen im Übrigen mit rund 31 % die höchste Affinität zu den elektronischen Medien.

Unternehmen erreichen viele Bewerber nicht

Die Studie ist interessanterweise auch zu dem Ergebnis gekommen, dass sich nur knapp ein Drittel der Befragten auf eine Stelle bewerben würde, die als „Accountant“ ausgeschrieben ist, obgleich dies im englischen Sprachraum die klassische Bezeichnung für einen (Bilanz-)Buchhalter ist und somit die meisten Befragten hätte ansprechen müssen. Ähnliche Ergebnisse liefert die Studie hinsichtlich anderer Stellenbezeichnung, wie z. B. die des Chief Financial Officers (CFO) oder Investor-Relations-Managers. Die englischen Funktionsbezeichnungen scheinen die Befragten von einer Bewerbung abzuschrecken.

Tipp: Unterschätzen Sie sich nicht!

Lassen Sie sich nicht von englischsprachigen Stellenbeschreibungen täuschen oder verwirren. Unternehmen folgen damit nur einem aktuellen Trend. Immer mehr Positionen werden in englischer Sprache ausgeschrieben. Damit wollen Unternehmen offensichtlich auch ausländische Bewerber ansprechen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Lesen Sie daher die Stellenausschreibung genau, denn gerade als Geprüfter Bilanzbuchhalter oder Controller ergeben sich für Sie mit der richtigen Erfahrung und Weiterbildung vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Fazit: Mut beweisen und Chancen nutzen!

Auch bei Ausschreibungen, in denen ein wirtschaftswissenschaftliches Studium gefordert wird, hat die Studie ergeben, dass sich ein Großteil der qualifizierten Finanzspezialisten gar nicht auf eine solche Position bewerben würde. Das ist jedoch falsch, da jemand mit kaufmännischer Ausbildung samt Weiterbildung und Praxiserfahrung ebenso gute Chancen auf die Stelle hätte, wie jemand mit Studiumabschluss. Wer hier fleißig ist, seine Karriereplanung auf seine Ziele abgestimmt hat und sich von englischen Bezeichnungen nicht abschrecken lässt, kann tolle Karrierechancen und auch ein attraktives Gehalt erzielen. Seien Sie deshalb mutig und nutzen Sie Ihre Chancen!

Hier kommen Sie zur Studie:

BVBC - Gehaltsanalyse Studie 2016

 

Hier geht's zur Bilderserie "Bilderserie zu BVBC Teil 3"

Schlagworte zum Thema:  HR-Controlling, Controlling, Gehälter, Löhne und Gehälter, Gehalt

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