15.07.2014 | Top-Thema Berufsrecht - Österreich hat es besser

Krasse Ergebnisse bei den Prüfungen zum Geprüften Bilanzbuchhalter (IHK)

Kapitel
Bild: Jorma Bork ⁄

Im April 2014 berichteten wir in unseren Top-Thema „Misstände bei der Bilanzbuchhalterprüfung“ über die Missstände bei den Bilanzbuchhalterprüfungen. Trotz bundesweit identischer Aufgaben bestehen von IHK zu IHK zwischen 15 und 100 Prozent der Absolventen. Eine Streuung, die mit sachlichen Argumenten nicht erklärbar ist.

Prof. Dr. Horst Walter Endriss, Gründer der gleichnamigen Steuerfachschule und seit Jahrzehnten in der Ausbildung von Bilanzbuchhaltern engagiert, listet in seinem Beitrag anhand realer Klausuraufgaben zahlreiche Mängel auf. Immer wieder kommt es zu unklaren Aufgabenstellungen, fehlerhaften Lösungshinweisen, schablonenhaften Korrekturen, Fehleinschätzungen von Folgefehlern, zu engen Beurteilungsspielräumen und auch Fehlbeurteilungen.

Und um diesen Fehlern auf die Schliche zu kommen, legen die Industrie- und Handelskammern auch noch Steine in den Weg und erschweren die Möglichkeiten der Einsichtnahme in die Klausuren sowie das Widerspruchsverfahren, welches dazu auch noch sehr uneinheitlich gehandhabt wird.

Tatsächlich gibt es derzeit Reformüberlegungen hinsichtlich der Prüfungen. „Doch zu befürchten ist, dass viele der vorgesehenen Maßnahmen in die falsche Richtung gehen“, warnt Udo Binias vom BVBC.

Geplant sind handlungsorientierte Prüfungsaufgaben – allerdings im Blockmodell, sodass statt wie bislang sechs separat bewertete Aufgaben eine miteinander verknüpfte Gesamtaufgabe mit einer Einheitsnote kommen soll. Binias erwartet, sollte dies so umgesetzt werden, dadurch eine Erschwernis sowohl für Prüflinge als auch Korrektoren, die ohnehin aufgrund der mageren Honorierung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit rar sind. Der BVBC versucht derzeit die Blockaufgaben zu verhindern.

Schlagworte zum Thema:  Berufsrecht, Steuerberater, Bilanzbuchhalter

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