15.07.2014 | Top-Thema Berufsrecht - Österreich hat es besser

Die noch unerkannte Chance: Kooperation mit Anwälten

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Bild: Haufe Online Redaktion

Rechtsanwalt Matthias Pruns, der für den BVBC arbeitet, weist auf eine noch eher seltene Kombination hin: diejenige zwischen Rechtsanwalt und (Bilanz-)Buchhalter. Hier ist im Gegensatz zu Steuerberatern neben der freien Mitarbeit sogar eine Kooperation erlaubt. Schließlich unterliegen die Anwälte nicht dem Verbot kaufmännisch-gewerblich tätig zu werden.

Der entscheidende Unterschied ist, dass bei einer Kooperation keine Weisungsabhängigkeit vorgeschrieben ist. So könnte der Buchhalter beispielsweise betriebswirtschaftliche Beratung und Existenzberatung anbieten, während der Anwalt mit seiner umfassenden Rechtsberatungskompetenz alle steuerlichen Leistungen anbieten darf. Ob er es fachlich kann ist selbstverständlich die andere Frage. Die Ausbildung hierfür hat dann schon eher der Buchhalter. Doch die inhaltliche Verantwortung müsste immer der Anwalt tragen, sprich: Er müsste beispielsweise die einzureichende Umsatzsteuer-Voranmeldung unterschreiben.

Wichtig: Hinsichtlich der Werbung können beide Partner auf die Kooperation hinweisen, müssen aber darauf acht geben, dass nicht der Eindruck einer gemeinschaftlichen Berufsausübung entsteht. Auf der eigenen Internetseite sollte auf den jeweiligen Partner verlinkt werden. Eine gemeinsame Homepage ist auch möglich, allerdings müssen die Leistungsangebote der beiden Partner deutlich voneinander abgegrenzt sein.

Vorsicht: Ist der Anwalt zugleich Steuerberater, so gelten für ihn die strengeren berufsrechtlichen Regeln des Steuerberatungsgesetzes – dann ist keine Kooperation erlaubt. Vor dem fachlichen Hintergrund ein kurioses Ergebnis, welches die bizarren Standesregeln gut illustriert.

Schlagworte zum Thema:  Berufsrecht, Steuerberater, Bilanzbuchhalter

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