| Aktiengesellschaften

DAX-Chefs fallen bei Hauptversammlungsreden durch

Reden auf Hauptversammlungen gehen an der Öffentlichkeit vorbei
Bild: Haufe Online Redaktion

Bandwurmsätze, ein munterer Mix aus Denglisch, Englisch und Deutsch, Fachchinesisch. Hauptversammlungsreden von Spitzenmanagern stellt Kommunikationsprofessor Frank Brettschneider kein gutes Zeugnis aus.

Die Hauptversammlung ist eins der drei Organe einer Aktiengesellschaft. Einer ihrer Höhepunkt sollte die Rede des Vorstandsvorsitzenden sein. Doch diese können sich offensichtlich nicht auf ihre Zielgruppe einstellen. Beim Verständlichkeitstest des Hohenheimer Kommunikationsprofessors Frank Brettschneider fallen auf jeden Fall viele durch.

Begriffe wie Venture-Capital-Tochtergesellschaft, Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen oder Multi-Channel-Strategie sind zwar für ein Fachpublikum verständlich, nicht aber für die breite Öffentlichkeit. Das Gleiche gilt für Nettofinanzschulden, diversifizierte Industriekonzepte und Desinvestitionsprogramme. Und auch das Wortungetüm Vollsortiment-Nutzfahrzeug-Hersteller erschwert das Verstehen erheblich. So Brettschneider.

Viele Vorstandsvorsitzende verschenken die Chance, mit ihren Reden eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, beklagt der Kommunikationsexperte aus Hohenheim. Sie denken offenbar vor allem an Analysten, Finanz- und Wirtschaftsjournalisten, wenn sie ihre Reden halten – nicht an andere Anspruchsgruppen, bei denen sie ihre Reputation entwickeln könnten.

Da ist Nachsitzen angesagt. Ob sich hinter Denglisch und Fachchinesisch im Bandwurmstil auch inhaltliche Leere verbirgt, kann die Studie allerdings nicht beantworten. Der Gehalt von Inhalten war explizit nicht das Thema.

Schlagworte zum Thema:  Aktiengesellschaft

Aktuell

Meistgelesen