In Theorie und Praxis haben sich eine ganze Fülle verschiedener wertorientierter Unternehmensführungskonzeptionen herausgebildet. In der folgenden Abbildung sind mit den Ansätzen von Rappaport, Stewart, Copeland et al. und Lewis vier wichtige Shareholder-Value-Konzepte anhand einiger zentraler Kriterien dargestellt.

 
  Ansatz von Rappaport EVA-Ansatz von Stewart Ansatz von Copeland et al. CFROI-Ansatz von Lewis
Erscheinungsjahr der Referenzliteratur 1986 1991 1994 1994
Erfolgsgröße Betrieblicher Cashflow (Ermittlung über Werttreiber) Economic Value Added (Ermittlung über Schlüsselgrößen) Freier Cashflow (indirekte Ermittlung) Brutto-Cashflow (indirekte Ermittlung)
Kapitalkostenansatz WACC mit Zielkapitalstruktur und CAPM WACC mit Zielkapitalstruktur und CAPM WACC mit Zielkapitalstruktur und CAPM Durchschnittlicher Kapitalkostensatz (Aktienportfolio)
Prospektive Strategieplanung Shareholder Value (Marktwert des Eigenkapitals) Market Value Added (MVA) Equity Value (Marktwert des Eigenkapitals) Marktwert des Eigenkapitals
Retrospektive Erfolgsmessung Shareholder Value Added pro Periode Economic Value Added (EVA) Economic Profit Cash Value Added (CVA)
Retrospektive Rentabilitäts-messung     Return on Invested Capital (ROIC) Cash Flow Return on Investment (CFROI)

Wertorientierte Unternehmensführungskonzeptionen im Vergleich (vgl. Pape, 2003, S. 141, und Hostettler, 1997, S. 47)

Diesen wertorientierten Konzepten ist gemeinsam, dass sie den Entity-Ansatz zur Planung und zur Bewertung von Strategien sowie zur Unternehmensbewertung verwenden. Allerdings unterscheiden sich die Konzepte hinsichtlich der Ermittlungsmethodik sowie hinsichtlich der Komponenten, die in das Modell einfließen. Dies zeigt sich beispielsweise an der Bestimmung der Erfolgsgröße. Während sich einige Ansätze auf den Cashflow beziehen (z.B. Ansatz von Rappaport), stützen sich andere Ansätze auf den Residualgewinn (z.B. EVA-Konzept). Auch bei der Festlegung des Kapitalkostensatzes zeigen die Ansätze Unterschiede. Fast alle Verfahren verwenden den gewichteten Kapitalkostensatz und das CAPM zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten. Diese Vorgehensweise wird jedoch im CFROI-Ansatz abgelehnt. Stattdessen werden die risikoadjustierten Eigenkapitalkosten aus einem Portfolio börsennotierter Aktiengesellschaften abgeleitet.

Da die Unternehmensführungskonzepte in der Regel kommerziell von Beratungsunternehmen vermarktet werden, wird sowohl der ermittelte Marktwert des Eigenkapitals als auch der erwirtschaftete absolute Wertbeitrag einer Periode mit einer eigenen Begrifflichkeit versehen. Die Ansätze von Copeland et al. wie auch der CFROI-Ansatz von Lewis enthalten des Weiteren mit dem Return on Invested Capital sowie dem Cash Flow Return on Investment zusätzlich zwei Rentabilitätskenngrößen.

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