Warenverbuchung, getrennte ... / 8.2 Buchungen zum Periodenabschluss

Am Periodenende wird der Inventurbestand bewertet und der Warenbestand auf dem Bestandskonto angepasst. Zur Bewertung der durch die Inventur festgestellten Menge müssen die Anschaffungskosten ermittelt werden. Bei schwankenden Einkaufspreisen darf dazu sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich ein Bewertungsvereinfachungsverfahren

zur Anwendung kommen, da bei einer Mehrzahl von unterschiedlichen Anschaffungsvorgängen keine individuelle Ermittlung der Anschaffungskosten mehr möglich ist. Am häufigsten wird das Durchschnittsverfahren angewendet.

Nach Ermittlung des Endbestands kann die Buchung der Bestandsveränderungen an Waren vorgenommen werden. Damit ist die Verbuchung der Waren abgeschlossen. Alle Konten, auf denen Anschaffungsnebenkosten und Anschaffungspreisminderungen gebucht wurden, sowie die Konten "Wareneingang" und "Bestandsveränderungen Waren" gehen mit ihrem Saldo in die Position 5a "Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren" der GuV ein. Der Wareneinsatz entspricht dem "Gesamtsaldo" über alle genannten Unterkonten und geht in die GuV-Position 5a mit ein.

 
Praxis-Beispiel

Verbuchung der Anschaffungsnebenkosten und Preisnachlässe (Fortführung der bisherigen Beispiele im Geschäftsjahr 02)

Max Frisch kauft im Geschäftsjahr 02 insgesamt 125 Anzüge bei Großhändler Müller ein:

  • Im Unterschied zum Geschäftsjahr 01 ergeben sich im aktuellen Geschäftsjahr 02 unterschiedliche Einkaufspreise.
  • Außerdem muss Max Frisch nun den Transport der Anzüge selbst übernehmen. Dazu beauftragt er einen Transportdienstleister.
  • Die Einkäufe werden über das Kreditorenkonto "Großhändler Müller" (Konto 83410) gebucht. Da Max Frisch einen Teil der Rechnungen innerhalb von 7 Tagen begleicht, darf er bei einigen Lieferungen ein Skonto von 2 % in Anspruch nehmen.
  • Zwischen Max Frisch und Großhändler Müller besteht die Vereinbarung , dass bei Abnahme von mehr als 120 Anzügen ein Bonus von 1 % des Jahresumsatzes gewährt wird. Am 15.1.03 übersendet Großhändler Müller eine "Gutschrift" an Max Frisch über den vereinbarten Bonus von 1 % für die im Geschäftsjahr 02 abgenommenen Anzüge. Tags darauf geht der Betrag i. H. v. 515 EUR + 97,85 EUR USt auf dem Bankkonto von Max Frisch ein.
  • Am Ende des Geschäftsjahrs 02 wird ein Inventurbestand von 20 Anzügen ermittelt.

Für die Darstellung der buchmäßigen Behandlung soll von folgenden Daten ausgegangen werden:

 
  Menge Werte (netto)
Bestand zum 1.1.02 30

12.000 EUR

(30 Anzüge zu je 400 EUR)

Einkauf 50 Anzüge zu je 400 EUR unter Inanspruchnahme von 2 % Skonto bei Großhändler Müller

Skonto
50

20.000 EUR

(50 Anzüge zu je 400 EUR)

400 EUR (2 % von 20.000 EUR)
Einkauf 75 Anzüge zu je 420 EUR bei Großhändler Müller ohne Skonto 75

31.500 EUR

(75 Anzüge zu je 420 EUR)
Eingangsfrachten (Ausgaben für beauftragten Transportdienstleister)   1.250 EUR
Verkauf von 135 Anzügen an Endkunden 135

89.100 EUR

(135 Anzüge zu je 660 EUR)

Die Lieferung und Bezahlung von 50 Anzügen zu je 400 EUR (2 % Skonto) führt zu folgenden (zusammengefassten) Buchungen:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
3400/5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 23.800 83410 Kreditor Müller 23.800
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
83410 Kreditor Müller 23.800 1200/1800 Bank 23.324
      3736/5736 Erhaltene Skonti 19 % Vorsteuer 476

Die Lieferung und Bezahlung von 75 Anzügen zu je 420 EUR (ohne Skonto) führt zu folgenden (zusammengefassten) Buchungen:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
3400/5400 Wareneingang 19 % Vorsteuer 37.485 83410 Kreditor Müller 37.485
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
83410 Kreditor Müller 37.485 1200/1800 Bank 37.485

Die entstandenen Bezugskosten werden (zusammengefasst) auf dem Aufwandskonto Bezugsnebenkosten gebucht:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
3800/5800 Bezugskosten 1.250,00 1200/1800 Bank 1.487,50
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 237,50      

Der Bonus muss in der Bilanz zum 31.12.02 erfasst werden, da die Entstehung des Anspruchs am Bilanzstichtag 31.12.02 hinreichend konkretisiert ist. Der Bonus führt bei Max Frisch zu einer Vorsteuerberichtigung und beim Lieferanten zu einer Umsatzsteuerberichtigung zum Zeitpunkt der tatsächlichen Rückzahlung bzw. Verrechnung im Januar des Geschäftsjahrs 03.[1]

Daher muss die Vorsteuer bei Max Frisch auf dem Konto "Vorsteuer in Folgeperiode/im Folgejahr abziehbar" (SKR 03: 1548; SKR 04: 1434) gebucht werden. Der Anspruch ist auf einem Konto "Forderungen gegenüber Lieferanten" unter der Bilanzposition "sonstige Vermögensgegenstände" auszuweisen. In den DATEV-Standardkontenrahmen ist ein solches Konto nicht enthalten und muss ggf. angelegt werden.

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
  Forderungen gegenüber L...

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