Vertragsvorbereitung: Prakt... / 6 Vertragsgestaltung – Gefahr der Interessenkollision

Rechtsanwälte dürfen nicht im widerstreitenden Interesse tätig werden. Im anwaltlichen Berufsrecht enthält § 43a Abs. 4 BRAO, näher ausformuliert durch § 3 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 und Satz 2 BORA, dieses Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen.

Sind sich die Parteien schon über den genauen Inhalt des Vertrags einig und geht es ihnen nur noch um die juristisch einwandfreie Formulierung des Vertragstextes, so kann die gemeinsame Beauftragung eines Rechtsanwalts zulässig sein. Wegen drohender Interessenkollision muss das Mandat aber sofort niedergelegt werden, wenn aufgrund der Erläuterung mit den Parteien Differenzen auftreten.

Haben sich die Parteien noch nicht geeinigt, sollte sich jede Partei anwaltlich gesondert vertreten lassen. Damit kann man dann jeder Anwalt erst einmal das "Maximum" für seinen Mandanten "formulieren". Dann können sich die Vertragspartner den Vorstellungen des anderen annähern oder auch nicht.

Besonders problematisch sind Ehe- und Erbverträge und Scheidungsfolgenvereinbarungen, aber auch Gesellschaftsverträge, weil hier naturgemäß die Interessen konträr sind.

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