Unternehmensnachfolge in kleinen und mittelständischen Betrieben erfolgreich umsetzen

Zusammenfassung

Nach Schätzungen von Handelskammern und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) werden jährlich für mehrere 10.000 Betriebe Nachfolger gesucht. Die meisten Unternehmer wollen ihre Firma aus Altersgründen aufgeben. Und wer sein Lebenswerk "versilbern" möchte, sollte mit der Planung etwa 5-10  Jahre vor dem gewünschten Verkaufszeitpunkt beginnen. Mit einer geordneten Nachfolge kann das Unternehmen durch andere Personen fortgeführt werden. Seltener sind Fälle anzutreffen, bei denen der Unternehmer aus anderen Gründen – etwa auf Grund gesundheitlicher Probleme oder weil er mehr Freizeit haben will – aus der Firma ausscheiden möchte.

Allerdings haben sich fast 80 % (!) der betroffenen Unternehmer noch nicht näher mit der Nachfolge befasst, auch wenn Verkauf und Übergabe in den kommenden Jahren ansteht. Eine frühzeitige Planung ist auch deshalb wichtig und sinnvoll, weil es seit längerem mehr Firmenverkäufer als Käufer gibt. Und wer sorgfältig plant, kann auch evtl. ungünstige Zeiten – eine Wirtschaftskrise, ein Überangebot, oder schwierige Marktlagen – besser überbrücken.

Nach Erhebungen der IHK's haben nur knapp 30 % Firmen eine Notfallregelung für den Fall, dass der Inhaber oder Geschäftsführer plötzlich ausfällt, z. B. durch Unfall oder Krankheit. Im schlimmsten Fall droht einem Betrieb in einer solchen Situation das Aus. Daher sollte auch dieses Thema im Zuge der Nachfolgeregelung gelöst werden.

 
Hinweis

Spezialisten immer hinzuziehen

Der Beitrag gibt einen Überblick über typische Fragen und Probleme, die bei einer Unternehmensachfolge auftreten. Weil die einzelnen Schritte sehr komplex sind, erläutert der Beitrag nur grundsätzliche Möglichkeiten und Lösungen im Sinne einer "Hilfe zur Selbsthilfe". Detaillierte Vorgehensweisen werden nicht beschrieben, da die Situation in den jedem Unternehmen  individuell betrachtet werden muss. Der Artikel kann und soll eine individuelle Planung, Vorbereitung und Realisierung nicht ersetzen. Um sicherzugehen, dass alle Fragen richtig beantwortet werden, sollten Unternehmer bei der Nachfolgeregelung immer unterschiedliche Spezialisten, z. B. Anwalt, Steuerberater und Unternehmensberater zumindest temporär hinzuziehen.

1 Ausgangslage und Problemstellung

Glaubt man den Schätzungen von Kammern, BMWi und anderen Institutionen, stehen in den nächsten 4-5 Jahren mehrere 100.000 mittelständische Unternehmen vor einem Wechsel der Inhaber oder Geschäftsführer. Nach heutigem Kenntnisstand wird es für mehr als einem Drittel (!) der Betriebe nicht möglich sein, einen geeigneten Nachfolger zu finden, weil es zum einen ein Überangebot an Firmen gibt. Zum anderen gehen die Betroffenen das Thema nicht mit der nötigen Sorgfalt an und vernachlässigen die systematische Planung, Vorbereitung und Suche nach Interessenten. Meist bereiten sich die betroffenen Unternehmer nicht oder zu spät auf eine geordnete Betriebsübergabe vor. Die Praxis zeigt, dass es durchaus Fälle gibt, bei denen Unternehmer im Frühjahr entscheiden, den Betrieb zum Jahresende abgeben zu wollen. Das ist nur mit viel Glück möglich und meist auch nur, wenn man als Verkäufer deutliche Abschläge von seinen Vorstellungen, etwa beim Preis oder dem gewünschten Nachfolger, vornimmt.

Diese Unternehmen sind dann oft mehr oder weniger akut von einer Schließung und die Beschäftigen von Arbeitslosigkeit bedroht.

Unternehmensnachfolge: viele neue Fragen zusätzlich zum Tagesgeschäft

Häufig fehlt auch schlicht das Problembewusstsein oder der Unternehmer will sich nicht der Frage stellen, was mit ihm und dem Betrieb geschieht, wenn er nicht mehr kann oder will. Dabei ist eine geordnete Betriebsübergabe – und damit oft verbunden, die Fortführung des Lebenswerks – nur möglich, wenn im Vorfeld zahlreiche, für die meisten Unternehmer neue Fragen beantwortet und notwendige Arbeiten erledigt werden. Das kostet Zeit und dauert im Schnitt – von ersten Überlegungen bis hin zur tatsächlichen Übergabe – mindestens 5-6 Jahre, in vielen Fällen auch deutlich länger; Vorbereitungszeiten von bis 10 Jahren sind ebenfalls keine Seltenheit, wie die Praxis zeigt. Ursache hierfür ist nicht nur die oft zeitraubende Suche nach einem geeigneten Nachfolger in Zeiten eines Überangebots von potenziell zu verkaufenden Firmen. Immer wieder kommt es vor, dass sich während der Suche und Umsetzung die Situation des Inhabers ändert und er daher seine Planungen überarbeiten und aktualisieren will oder muss. Das gilt übrigens auch, wenn es grundsätzlich geeignete Kandidaten innerhalb der Familie gibt.

Auch die Tatsache, dass ein möglicher Nachfolger meist über eine längere Zeit eingearbeitet werden muss, führt zu einem langwierigen Prozess. Hinzu kommt, dass zahlreiche juristische und steuerliche Fragestellungen geklärt und auch der Unternehmenswert bestimmt werden müssen. Geht es einem Betrieb wirtschaftlich nicht so gut, kommt hinzu, dass mögliche Nachfolger erst von der grundsätzlichen Tragfähigkeit und langfristigen (Über-)Lebensfähigkeit des Unternehmens überzeugt werden müssen. Und wenn man daz...

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