Positive Rendite

Die Entscheidungssituation eines Eigenkapitalgebers kann — bei Reduktion auf die Rendite als den einzigen ökonomischen Entscheidungsparameter — folgendermaßen beschrieben werden: Bringt beispielsweise ein Altaktionär über eine Kapitalerhöhung in eine Aktiengesellschaft neues Eigenkapital ein, so erwartet er hieraus einen Ertrag durch Wertsteigerung seiner Anteile und/oder durch Dividendenausschüttungen. Außerdem hofft er, auch mit den alten Unternehmensanteilen noch eine positive Rendite zu erzielen.

Vermeidung des Totalverlustes

Stellt der Altaktionär dem Krisenunternehmen kein neues Eigenkapital zur Verfügung, riskiert er dagegen den totalen oder zumindest teilweisen Verlust seines zuvor eingelegten Kapitals. Da in dieser Entscheidungssituation davon auszugehen ist, dass der Kapitalgeber das zur Disposition stehende neue Kapital frei zur Verfügung hat, ist die erwartete Rendite aus dem Sanierungsunternehmen mit einer Alternativanlage am Geld- und Kapitalmarkt zu vergleichen.

Bei diesem Vorteilhaftigkeitsvergleich ist der mögliche (Total-)Verlust aus dem ursprünglich zur Verfügung gestellten Kapital zu berücksichtigen. Ein Alteigentümer wird somit dann neues Kapital einlegen, wenn der Ertrag der Altanteile bei der Unternehmensfortführung zusammen mit dem Ertrag der neuen Anteile höher ist als ein alternativer Ertrag von Geld- und Kapitalmarktanlagen zuzüglich der Liquidationserlöse, die bei Verwertung der Vermögensgegenstände des Krisenunternehmens nach Befriedigung der Gläubigeransprüche übrig bleiben und auf den Alteigentümer entfallen. Diese Entscheidungssituation kann somit durch die nachfolgend dargestellte Ungleichung ausgedrückt werden:[1]

 
Ertrag der Altanteile bei Unternehmensfortführung +
Ertrag der Neuanteile >
-
Ertrag einer Alternativanlage +
Nach Befriedigung der Gläubigeransprüche auf die Altanteile entfallender Liquidationserlös
[1] Vgl. Bieg/Kussmaul, Investitions- und Finanzierungsmanagement, Bd. 3: Finanzwirtschaftliche Entscheidungen, 2000, S. 92.

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