Unternehmenskrise: Entstehu... / 3.1 Bereitstellungsprozess

Die Voraussetzung für den eigentlichen Prozess der Leistungserstellung bildet die Bereitstellung von entsprechenden Produktionsfaktoren. Zur Erstellung und Verwertung von Produkten und Dienstleistungen sind menschliche Arbeitsleistungen und Betriebsmittel (Potenzialfaktoren) sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (Repetierfaktoren) erforderlich, die zunächst auf den unternehmensexternen Märkten beschafft werden müssen. Als Krisenursachen in der Phase der Bereitstellung sind insb. die im Folgenden dargestellten Sachverhalte zu nennen.

Mangelnde oder falsche Logistik

Zunächst können aus einer lediglich suboptimalen oder sogar vollkommen fehlenden Lösung der (technischen) Aufgabe, die Produktionsfaktoren (Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe) in der für den Produktionsprozess erforderlichen Art, Güte und Menge zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen, Probleme im betrieblichen Leistungsprozess resultieren. Die Nichterfüllung dieser Aufgabe äußert sich in einer nicht störungsfreien Produktion, die bis zum Produktionsstillstand reichen kann (wie z. B. bei der Coronakrise), in verspäteten Fertigstellungsterminen, in verfehlten Qualitätsstandards u. Ä. mehr. Probleme dieser Art können den betrieblichen Leistungsprozess unwirtschaftlich machen. Dauern derartige leistungswirtschaftliche Schwierigkeiten über längere Zeit an, können sich negative Erfolgs- und Liquiditätswirkungen ergeben, die das Unternehmen in eine Krisensituation führen können.

Unwirtschaftliche Bereitstellungskosten

Damit eng verbunden ist zum anderen die (ökonomische) Aufgabe, die direkten und indirekten Bereitstellungskosten zu minimieren. Zu nennen sind hierbei die Kosten, die mit der Planung und Abwicklung des Bereitstellungsvorgangs verbunden sind, die Kosten für das Vorhalten von Faktorreserven (Reservierungskosten; insb. Lagerkosten bei Werkstoffen und Leerkosten bei Potenzialfaktoren) sowie die Fehlmengenkosten (sie bestehen aus entgangenen Gewinnen, Konventionalstrafen u. Ä. infolge des Auftretens von Fehlmengen im Bedarfszeitraum). Mit anderen Worten können Kosten, die aus einer mangelhaften Materialbedarfs- und Auftragsplanung (z. B. starke Abweichungen von der optimalen Bestellmenge, der optimalen Losgröße oder der optimalen Lagerhaltung) entstehen, zu Unwirtschaftlichkeiten im betrieblichen Leistungsprozess führen. Wird das Ziel der Minimierung der Bereitstellungskosten dauerhaft verfehlt, besteht für das Unternehmen im Extremfall die Gefahr, in eine Ertrags- und/oder Liquiditätskrise zu geraten.

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