Umsatzsteuer, Wechsel der Steuerschuldnerschaft

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Leistungsempfänger = Steuerschuldner
  • Betroffene Leistungen
  • Umsatzsteuervoranmeldung

Buchung der Umsatzsteuer/Vorsteuer

 
Hinweis

Im Rahmen der Umsetzung des Konjunkturpakets durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz kommt es im Zeitraum vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 16 % bzw. 5 %.

In der Buchführung wird der Unternehmer in diesem Zeitraum die folgenden neu anzulegenden Konten nutzen:

  • 1579/1409 abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 16 %
  • 1788/3838 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 16 %

DATEV-Anwender können regelmäßig die ihnen bekannten Sachkonten zu Erlösen und Aufwendungen weiterverwenden. Für Standardfälle erfolgt die Abgrenzung der abgesenkten Umsatzsteuerschlüssel im Zeitraum 1.7.2020 bis 31.12.2020 über das zu erfassende Leistungsdatum. Für alle anderen Fälle werden von der DATEV gesonderte Steuerschlüssel neu angelegt.

1 So kontieren Sie richtig

 
Praxis-Wegweiser: Das richtige Konto
Kontobezeichnung SKR 03 SKR 04 Eigener Kontenplan Bilanz/GuV
Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 1787 3837   Sonstige Verbindlichkeiten oder sonstige Vermögensgegenstände
Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 1577 1407   Sonstige Vermögensgegenstände oder sonstige Verbindlichkeiten

So kontieren Sie richtig!

Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet der Leistungsempfänger gemäß § 13b UStG die Umsatzsteuer. Das gilt teilweise auch dann, wenn er die Leistungen für seinen privaten Bereich bezieht. Die Abgrenzung der Leistungen, die dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen zu anderen Leistungen ist daher besonders wichtig. Beim Reverse-Charge-Verfahren stellt der leistende Unternehmer Nettorechnungen aus und weist in seiner Rechnung auf den Wechsel der Steuerschuldnerschaft hin.

Der Leistungsempfänger, der die Umsatzsteuer schuldet, muss selbst die Umsatzsteuer berechnen und auf das Konto "Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %" 1787 (SKR 03) bzw. 3837 (SKR 04) buchen. Ist der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, verwendet er als Gegenkonto das Konto "Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %" 1577 (SKR 03) bzw. 1407 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %

an abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 %

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Gebäudereinigungsfirma beauftragt Subunternehmer mit Gebäudereinigung

Herr Huber ist Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma. Er beauftragt die Firma Schmitz, die Reinigung von 10 Neubauten zu übernehmen. Die Firma Schmitz wird als Subunternehmer tätig. Die Firma Schmitz stellt ihm für die Reinigung einen Betrag von 3.000 EUR (ohne Umsatzsteuer) in Rechnung.

Herr Huber überweist den Betrag von 3.000 EUR und berechnet die Umsatzsteuer i. H. v. (3.000 EUR * 19 % =) 570 EUR, die er gleichzeitig wieder als Vorsteuer abziehen darf.

Buchungsvorschlag: Buchung der Rechnung und der Umsatzsteuer

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
3100/5900 Fremdleistungen 3.000 78225/78225 Fa. Schmitz 3.000
 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1577/1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 570 1787/3837 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 570

Die Firma Schmitz darf in ihrer Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Herr Huber überweist der Firma Schmitz GmbH deshalb den in der Rechnung ausgewiesenen Nettobetrag.

Buchungsvorschlag: Buchung der Zahlung

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
78225/78225 Fa. Schmitz 3.000 1200/1800 Bank 3.000
 
Wichtig

Umsatzsteuersatzsenkung durch Zweites Corona-Steuerhilfegesetz

Im Rahmen der Umsetzung des Konjunkturpakets durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz kommt es im Zeitraum vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes auf 16 % bzw. 5 %.

In der Buchführung wird der Unternehmer in diesem Zeitraum die folgenden neu anzulegenden Konten nutzen:

  • 1579/1409 abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 16 %
  • 1788/3838 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 16 %

DATEV-Anwender können regelmäßig die ihnen bekannten Sachkonten zu Erlösen und Aufwendungen weiterverwenden. Für Standardfälle erfolgt die Abgrenzung der abgesenkten Umsatzsteuerschlüssel im Zeitraum 1.7.2020 bis 31.12.2020 über das zu erfassende Leistungsdatum. Für alle anderen Fälle werden von der DATEV gesonderte Steuerschlüssel neu angelegt.

3 Der Leistungsempfänger wird Schuldner der Umsatzsteuer

Der Unternehmer, der eine Leistung erbringt, ist Schuldner der Umsatzsteuer. Von diesem Grundsatz gibt es Ausnahmen, und zwar dann, wenn der Leistungsempfänger gemäß § 13b UStG Schuldner der Umsatzsteuer wird. Er ist dann verpflichtet, die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen.

 
Achtung

Wechsel der Steuerschuldnerschaft ist kein Wahlrecht

Es handelt sich nicht um ein Wahlrecht! Ist der Leistungsempfänger Schuldner der Umsatzsteuer, dann schuldet nur er die Umsatzsteuer und nicht der leistende Unternehmer. Der leistende Unternehmer darf beim Wechsel der Schuldnerschaft in seiner Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Weist er sie trotzdem aus, handelt es sich um einen unberechtigten Ausweis der Umsatzsteuer. Diese unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer muss er zusätzlich zahlen, solange er seine Rechn...

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