Umsatzsteuer-Identifikation... / 3.2 Bei Dienstleistungen

Die USt-IdNr. des Auftraggebers wird schon seit Beginn des Binnenmarktes 1993 auch für die Ortsbestimmung bei den mit innergemeinschaftlichen Warenbewegungen verbundenen Dienstleistungen der Güterbeförderung (Beförderungsleistungen), der Handelsvertreter (Vermittlungsleistung) und in Form von Arbeiten an beweglichen körperlichen Gegenständen einschließlich deren Begutachtung (Lohnveredelung) genutzt.

Seit dem 1.1.2010 wird gem. § 3 a Abs. 2 UStG der Leistungsort für fast alle Dienstleistungen (ausgenommen: grundstücksbezogene Leistungen, kurzfristige Fahrzeugvermietungen, Personenbeförderungsleistungen, veranstaltungsbezogene Leistungen und Restaurationsleistungen) immer am Ort der Registrierung der USt-IdNr. des Auftraggebers festgemacht, weil diese signalisiert, dass der Auftraggeber Unternehmer ist und die Leistung für sein Unternehmen verwendet bzw. eine steuerpflichtige juristische Person ist.

Wird demnach eine ausländische USt-IdNr. verwendet, liegt der Leistungsort im EU-Ausland. Es kann ohne Ausweis von Umsatzsteuer abgerechnet werden und der Auftraggeber schuldet die Steuer im Land der Registrierung seiner USt-IdNr.[1]

Dieses Verfahren erleichtert erheblich die bis dahin komplizierten Ortsbestimmungen bei innergemeinschaftlichen Dienstleistungen. Die Verwendung der USt-IdNr. des Auftraggebers und deren Prüfung schafft insofern auch Vertrauensschutz für den Dienstleister hinsichtlich Steuerbarkeit und Steuerschuld.[2]

 
Praxis-Beispiel

Leistung einer Spedition

Die in Deutschland ansässige Spedition "Blitz" fährt im Auftrag eines in Belgien ansässigen Lieferanten von Frankreich nach Belgien. Beide Vertragspartner verwenden die USt-IdNrn. ihrer Ansässigkeitsstaaten.

Die Leistung von "Blitz" ist in Belgien steuerbar. Weil der Auftraggeber in Belgien Steuerschuldner ist, kann ohne Umsatzsteuer abgerechnet werden. Der Umsatz ist unter Angabe der USt-IdNr. des belgischen Auftraggebers in der Zusammenfassenden Meldung von Blitz anzugeben.

Es versteht sich fast von selbst, dass in einer Rechnung über innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen das Indiz "USt-IdNr." sowohl des leistenden Unternehmers als auch des Leistungsempfängers anzugeben ist. Ihr buchmäßiger Nachweis dient somit der Glaubhaftmachung der Steuerbefreiung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen bzw. der Ortsverlagerung bei Dienstleistungen.

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