Die Einführung des ABKVV-Modells sollte bevorzugt am Stammsitz beziehungsweise im Headquarter beginnen. Ist das Modell dort etabliert, gestaltet sich die Übertragung auf Tochtergesellschaften im In- und Ausland i. d. R. einfacher.

Zunächst sollte bei einer konzernweiten Einführung ein Handbuch für die Implementierung in den Landessprachen erstellt werden – nur so kann später sichergestellt werden, dass die gesamte Organisation das Modell versteht und lebt. Vor allem in Ländern, in denen ein Großteil der Angestellten nicht unbedingt Englisch spricht.

Sobald eine entsprechende Dokumentation vorhanden ist, kann das ABKVV-Modell wieder analog in den oben beschriebenen vier Phasen eingeführt werden.

Einige Dinge sollten bei der Internationalisierung unbedingt beachtet werden:

  • Viele Konzerne, vor allem internationale Familienunternehmen, arbeiten in einer Matrix-Struktur – sei es beim Vertrieb, bei der Produktentwicklung oder in Zentralfunktionen wie Marketing, IT, QM und Produktion. Bei der Ausarbeitung der Aufgaben, der Befugnisse und vor allem der Verantwortung muss daher sehr auf mögliche Überschneidungen zwischen Funktionen und Funktionsträgern geachtet werden. Ansonsten kommt es leicht zu "Kompetenz-Rangeleien" und lokalen Optimierungen.
  • Es gibt große kulturelle Unterschiede zwischen Ländern in der Führungskultur, in der Art der Zusammenarbeit und wie Entscheidungsfindungen erfolgen. Das gilt innerhalb von Europa z. B. sehr stark für Länder wie Ungarn, die sehr hierarchisch arbeiten oder Schweden, die einen eher kooperativen Managementstil pflegen. In China ist entsprechend sensibel mit dem Thema umzugehen, da mag die eher direkte Kommunikations- und Entscheidungskultur aus deutschen Unternehmen auch nicht angemessen sein. Diese kulturellen Unterschiede in Führung und Vergütungsmodellen dürfen nicht unbeachtet bleiben.
  • In fast allen Unternehmen besteht der große Wunsch nach einer global einheitlichen und gerechten Vergütung auf Managementebene. Auch hier ist zu bemerken, dass nicht nur die Lebenshaltungskosten, Managementgepflogenheiten und Vergütungsmodelle extrem unterschiedlich sind. Das muss unbedingt berücksichtigt werden und die Erfahrung zeigt, dass ein einheitliches Modell nur schwer zu definieren ist. Es wird daher empfohlen, das Thema Vergütung nur jeweils auf Ebene der Tochter- bzw. Auslandsgesellschaften anzugehen.Insgesamt gesehen bietet ein global eingeführtes ABKVV-Modell über die Zeit viele Vorteile und kann bei einem Kulturwandel im Managementteam sehr hilfreich sein. Es schafft Transparenz über die Aufgaben, die Befugnisse und die Verantwortlichkeiten innerhalb einer Unternehmensgruppe, zeigt Überschneidungen auf und fördert die Zusammenarbeit im internationalen Managementteam.

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