Einige Konzerne wünschen sich, keine separate Software oder Anwendung verwenden zu müssen, sondern die Dienstleistungsverrechnung direkt im ERP abbilden zu können.

Bislang war es oft nur mit großem Entwicklungsaufwand möglich, die interne Leistungsverrechnung unter Berücksichtigung der steuerlichen Anforderungen in das ERP-System zu implementieren. Dies hat im Hinblick auf den ROI meist zu einer Verneinung des Umsetzungsprojekts geführt. Ein weiterer Grund gegen die Umsetzung einer ERP-integrierten Lösung ist, dass die für die Dienstleistungsverrechnung notwendigen Daten oft nicht vollständig oder nicht in der notwendigen Qualität oder Granularität zur Verfügung standen.

Eine neue Gelegenheit, um die Leistungsverrechnung in das ERP-System zu implementieren, bietet sich mit der bei immer mehr Konzernen stattfindenden Migration auf das neue SAP S4 ERP-System. Dem vorausgehend oder zeitgleich führen die Konzerne die sehr performante SAP-HANA-Datenbank ein. Im Rahmen der Migration ergreifen einige Konzerne nun die Möglichkeit, die bestehende Datenstruktur und die Stammdaten zu bereinigen, und sie legen dadurch indirekt einen wichtigen Grundstein für die Abbildung der Dienstleistungsverrechnung im ERP.

Begünstigend kommt noch hinzu, dass SAP das ›SAP Profitability and Performance Management (PaPM)‹-Zusatzmodul auf den Markt gebracht hat. Mit SAP PaPM können komplexe Berechnungen und Simulationen direkt in SAP und mit den in SAP hinterlegten Daten in Echtzeit durchgeführt werden.

Abb. 42: SAP Profitability and Performance Management[47]

Mit SAP PaPM sowie den vorher harmonisierten ERP-Daten können daher Modelle gebaut und auf die Bedürfnisse der einzelnen Konzerne angepasst werden, sodass die Verrechnung der Dienstleistungen direkt im ERP erfolgen kann. Für die Umsetzung ist zusätzlich eine SAP-PaPM-Lizenz notwendig – dadurch erwirbt man den Zugang zu den Standardmodellen, die anschließend im Rahmen eines Implementierungsprojekts kundenspezifisch angepasst und eingeführt werden.

Der größte Vorteil einer ERP-Integration liegt darin, dass sich eine doppelte Datenhaltung vermeiden lässt und zudem Schnittstellen nicht erforderlich sind – bei gleichzeitig hoch performanter Vorbereitung, Durchführung und Analyse der Dienstleistungsverrechnungen. Mit SAP PaPM können sehr individuelle Leistungsverrechnungsprozesse abgebildet werden und dank der offenen Schnittstellen auf der Eingabe- und der Ausgabeseite lässt es sich sehr gut in bestehende Systemlandschaften und Prozesse integrieren.

[47] Quelle: SAP AG und MSG AG.

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