Zeigt eine Strategie nicht die gewünschte Wirkung, kann dies an unrealistischen Annahmen, einer fehlerhaften Strategie oder Problemen der Strategieumsetzung liegen. Daher findet die strategische Kontrolle nicht nur am Ende, sondern auch während des Strategieprozesses statt. Strategische Kontrolle begleitet somit die gesamte strategische Planung und Umsetzung. Es lassen sich, wie in Abb. 1 dargestellt, drei Formen der strategischen Kontrolle unterscheiden:

  • Prämissenkontrolle (Wird-Ist-Vergleich) überwacht die zugrunde gelegten strategischen Annahmen und überprüft sie an der Wirklichkeit. Die Planungsprämissen sollten deshalb für die Unternehmensführung transparent sein. Während der Planung und Umsetzung der Strategien ist die Gültigkeit der Prämissen laufend zu prüfen. Beispielsweise kann eine Marktstrategie auf Annahmen über das Marktwachstum, die Inflationsrate und/oder über Konkurrentenverhalten beruhen. Neben den einzelnen Prämissen sind dabei auch unterstellte strategische Zusammenhänge zu prüfen. Dies umfasst die Wirkungsbeziehungen zwischen strategischen Zielen und Maßnahmen, die z. B. in einer Strategy Map dargestellt sind. Dadurch lässt sich feststellen, ob die Ziele einer Strategie noch realistisch sind. Beispielsweise kann sich herausstellen, dass eine Zielvorgabe in einem Geschäftsfeld nicht mehr erfüllt werden kann oder der Zeitraum zu deren Erreichung unrealistisch ist. Hierzu werden Prognosen und Früherkennungssysteme eingesetzt.
  • Durchführungskontrolle (Soll-Wird-Vergleich) überprüft den Prozess der Strategieumsetzung. Es soll insbesondere die Konsistenz der strategischen Planung sichergestellt werden. Hierfür wird formal auf den logischen Aufbau, die Verwendung geeigneter Methoden und die Vollständigkeit der Informationsgrundlagen geachtet. Die materielle Konsistenzkontrolle beschäftigt sich mit der inhaltlichen Widerspruchsfreiheit der strategischen Pläne. Untersucht werden folgende Aspekte:

    • Prinzipienkontrolle: Werden die Planungsgrundsätze eingehalten?
    • Verfahrenskontrolle: Sind die eingesetzten Methoden korrekt angewendet?
    • Ablaufkontrolle: Wird der Strategieprozess ordnungsgemäß durchgeführt?
    • Verhaltenskontrolle: Sind die richtigen Personen mit der Planung betraut?
  • Ergebniskontrolle (Soll-Ist-Vergleich) erfasst Abweichungen zwischen den erreichten Ergebnissen und den strategischen Zielen. Sie wird nicht nur am Ende, sondern bereits während der Strategieumsetzung durchgeführt. Hierfür werden Meilensteine mit festgelegten Zwischenergebnissen definiert, an denen Kontrollen durchgeführt werden. Durch diese Planfortschrittskontrolle werden Abweichungen vom gewählten strategischen Kurs aufgezeigt. Daraus können sowohl Gegensteuerungsmaßnahmen als auch die Anpassung der strategischen Ziele folgen.

Abb. 1:Formen der strategischen Kontrolle

Die strategische Kontrolle sollte in das Performance-Measurement-System des Unternehmens integriert werden. Häufig kommt dabei die Balanced Scorecard zum Einsatz. Alternativ kann die strategische Kontrolle auch mit Hilfe strukturierter Fragenkataloge durchgeführt werden. Ein Beispiel dazu zeigt Abb. 2.

Abb. 2:Fragenkatalog zur strategischen Kontrolle[1]

[1] Vgl. Wheelen; Hunger (2006), S. 264.

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