Laut BFH sind Gewinne aus Währungssicherungsgeschäften, die ausschließlich zum Ausschluss bzw. zur Minderung des Währungskursrisikos einer konkret geplanten, in Fremdwährung abzuwickelnden Anteilsveräußerung abgeschlossen worden sind, als Bestandteil des Veräußerungspreises im Rahmen der Ermittlung des nach § 8b Abs. 2 Satz 1 KStG steuerfreien Veräußerungsgewinns zu berücksichtigen (BFH, Urteil v. 10.4.2019, I R 20/16, BStBl 2020 II S. 674).

Für spezifische Währungssicherungen (sog. Micro Hedges) folgt das BMF dem BFH und konkretisiert dazu den erforderlichen Veranlassungszusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft (BMF, Schreiben v. 5.10.2020, BStBl 2020 I S. 1033). Dies erfordert zum einen eine eindeutige und nachträglich nicht veränderbare Dokumentation der spezifischen Zuordnungsentscheidung. Zum anderen ist eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft in Bezug auf die betragsmäßige Höhe der beiden Geschäfte erforderlich. Hierbei ist auf den Grad der Konkretisierung des Grundgeschäfts zum Zeitpunkt des Abschlusses des Sicherungsgeschäfts abzustellen.

Das BMF erkennt grundsätzlich an, dass es zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft zu Abweichungen der Höhe nach, insbesondere in Form eines sog. Sicherungsüberhangs kommen kann. Aus Vereinfachungsgründen sieht das BMF jedoch eine Übersicherung in Höhe von unter 10 % als unerhebliche Abweichung an. Ein darüber hinausgehender Sicherungsüberhang schließt für das BMF den erforderlichen Veranlassungszusammenhang vollumfänglich aus, wenn er bereits bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts nach objektiven Umständen erkennbar war.

Bei nachträglichen Änderungen oder Anpassungen des Sicherungsgeschäfts muss der konkrete Veranlassungszusammenhang erneut nachgewiesen werden. Insbesondere eine rückwirkende Heilung eines anfänglich fehlenden konkreten Veranlassungszusammenhangs soll laut BMF durch eine spätere Änderung nicht möglich sein. Zudem kann es bei nachträglicher Änderung eines Sicherungsgeschäfts, für das bei erstmaligem Abschluss ein konkreter Veranlassungszusammenhang bestand, zu einem (nachträglichen) Wegfall des Veranlassungszusammenhangs (und damit der Anwendung des § 8b Abs. 2 KStG) insgesamt kommen, wenn die Änderung nicht unter Realisierung der bis zu diesem Zeitpunkt eingetretenen Währungsdifferenzen erfolgt. Eine Rückwirkung ist also in diesem Fall möglich.

Verluste aus Währungssicherungsgeschäften, für die ein konkreter Veranlassungszusammenhang besteht, mindern laut BMF als Bestandteil der Veräußerungskosten i. S. des § 8b Abs. 2 Satz 2 KStG den (steuerfreien) Veräußerungsgewinn bzw. erhöhen einen gem. § 8b Abs. 3 Satz 3 KStG bei der Ermittlung des Einkommens nicht zu berücksichtigenden Veräußerungsverlust.

 
Hinweis

Bleibt die Anteilsveräußerung aus, ist laut BMF auch die Steuerbefreiung nach § 8b Abs. 2 KStG für den Gewinn aus dem Sicherungsgeschäft ausgeschlossen; umgekehrt unterliegen (vergebliche) Aufwendungen im Zusammenhang mit einem gescheiterten Anteilserwerb nicht dem Abzugsverbot des § 8b Abs. 3 Satz 3 KStG.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge