Die Aufzeichnungspflichten eines Schnittstellenbetreibers werden in Umfang und Inhalt erweitert, etwa um die elektronische Adresse oder Website des liefernden Unternehmers oder – soweit bekannt –, die Bestellnummer oder die eindeutige Transaktionsnummer (§ 22f UStG). Die bisher bestehende Verpflichtung zum Vorhalten einer vom zuständigen Finanzamt erteilten Bescheinigung über die steuerliche Erfassung (in Papierform) soll laut Gesetzesbegründung nicht mehr erforderlich sein.

 
Hinweis

Die nach § 22f Abs. 1 bis 3 UStG zu führenden Aufzeichnungen sind zehn Jahre lang aufzubewahren und auf Anforderung des Finanzamts elektronisch zu übermitteln (§ 22f Abs. 4 UStG).

Die grundsätzliche Haftung des Betreibers einer elektronischen Schnittstelle für die nicht entrichtete Umsatzsteuer eines Unternehmers aus der Lieferung einer Ware, die er mittels seiner Schnittstelle unterstützt, wird auf die Neuregelung zur Lieferkettenfiktion und Umsatzsteuerschuldnerschaft angepasst. Die Haftung gilt nicht mehr in den Fällen, in denen der Schnittstellenbetreiber Schuldner der Umsatzsteuer ist (§ 25e Abs. 1 UStG i.V.m. § 3 Abs. 3a UStG).

Die Regelungen in §§ 22f und 25e UStG sind nach § 27 Abs. 33 Satz 1 UStG erstmals auf Umsätze und Einfuhren anzuwenden, die nach dem 30.6.2021 ausgeführt werden.

 
Hinweis

Nach § 27 Abs. 25 Satz 1 UStG wird der Beginn, ab dem Daten nach § 22f Abs. 5 UStG auf Anforderung zu übermitteln sind, durch ein gesondertes BMF-Schreiben bekannt gegeben.

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