Segmentberichterstattung na... / 4.6.1 Änderung von Segmenten und Segmentinformationen
 

Rz. 122

Grundsätzlich hat die Segmentabgrenzung sowie die Darstellung der Segmentdaten sowohl bei IFRS 8 als auch DRS 3 bzw. DRS 28 stetig zu erfolgen, da andernfalls eine sachgerechte Beurteilung im Zeitverlauf nicht möglich ist. Stetigkeitsdurchbrechungen können demnach hinsichtlich folgender Aspekte vorliegen:

  • Änderung der Segmentabgrenzung wegen erstmaliger Erreichung bzw. erstmaliger Nichterfüllung der Größenkriterien für berichtspflichtige operative Segmente,[1]
  • Änderung der Segmentbildung wegen neuer Abgrenzung der operativen Segmente durch Abbildung neuer Strukturen in der internen Finanzberichterstattung,
  • Änderung des Inhalts der Segmentinformationen (insbesondere inhaltliche Definition des Segmentergebnisses, Segmentvermögens oder der Segmentschulden),[2]
  • Änderung des Umfangs der zusätzlich bzw. freiwillig bereitgestellten Informationen.
 

Rz. 123

Falls die berichtende Einheit ihre interne Struktur ändert und die Zusammensetzung oder die Abgrenzung der operativen Segmente verändert wird oder der inhaltliche Umfang von Segmentdaten sich ändert,[3] ist gemäß IFRS 8.29 die in der Vergangenheit offengelegte Information entsprechend der neuen Berichtsstruktur anzupassen, ausgenommen diese Information ist nicht verfügbar oder nicht zu vertretbaren Kosten beschaffbar. Da der Vergleichbarkeit ein hoher Stellenwert für die Informationsvermittlung an die Abschlussadressaten eingeräumt wird, ist die Beurteilung der Nichtverfügbarkeit bzw. Nichtbeschaffbarkeit von Informationen für jede Information einzeln zu treffen.[4] Darüber hinaus hat die berichtende Einheit die Tatsache offenzulegen, dass die Zusammensetzung, die Abgrenzung der operativen Segmente oder der inhaltliche Umfang der Segmentdaten verändert wurde.[5]

Für den Fall, dass bei einer Änderung der internen Struktur oder der inhaltlichen Definition von Segmentdaten kein restatement der bislang veröffentlichten Information der Vergangenheitsperiode stattfindet, hat die berichtende Einheit in dem Jahr, in dem die Änderung der internen Struktur stattfindet, die Segmentinformationen der aktuellen Periode grundsätzlich sowohl auf Basis der alten als auch der neuen Segmentierung bzw. der alten und neuen inhaltlichen Definition der Segmentdaten zu berichten.[6] Hierdurch soll zumindest eine Vergleichbarkeit auf Basis der früher angewendeten Segmentierung bzw. der früher angewendeten inhaltlichen Abgrenzung der Segmentdaten erreicht werden.

 

Rz. 124

Nach DRS 3 ist eine Durchbrechung der Stetigkeit nur in Ausnahmefällen möglich. Die Durchbrechung der Stetigkeit ist zu begründen und die Posten des Vorjahres sind entsprechend anzupassen.[7] In der Vergangenheit wurde es vereinzelt bereits als ausreichend für die Durchbrechung der Stetigkeit angesehen, wenn die gesamte Geschäftsführung oder auch allein der Finanzvorstand ausgewechselt wird.[8] Letztlich muss jedoch die Durchbrechung der Stetigkeit zu einer Änderung der Berichtsstruktur führen. Dies kann neben dem Wechsel des Führungspersonals vor allem auch in entsprechenden Entscheidungen des obersten Führungsgremiums begründet sein, unabhängig aus welchen Ursachen heraus diese Entscheidungen getroffen werden.

Für den Sonderfall des Wegfalls eines Segments (z. B. aufgrund von Veräußerung oder Stilllegung) sind die Beträge des Berichtszeitraums und des Vorjahres anzugeben. Zusätzlich ist auf den Wegfall gesondert hinzuweisen.[9]

 

Rz. 124a

Ebenso ist im Falle einer Segmentberichterstattung nach DRS 28 eine Durchbrechung der Stetigkeit nur in Ausnahmefällen zulässig[10]. Die Durchbrechung der Stetigkeit ist stets zu begründen.[11]

Im Unterschied zu IFRS 8 und DRS 3 wird nach DRS 28 die Angabe von Vorjahreswerten nicht zwingend gefordert. Sofern jedoch Vorjahreswerte angegeben werden, wird für das laufende Berichtsjahr eine Drei-Spalten-Darstellung verlangt. Diese beinhaltet die Werte des laufenden Jahres, die berichteten Werte des Vorjahres ("wie berichtet") und die sich für das Vorjahr ergebenden Werte nach der erstmals im laufenden Berichtsjahr gewählten Abgrenzung ("angepasst").[12] In dieser Form lassen sich grundsätzlich sowohl die Umstrukturierung von anzugebenden Segmenten als auch die Änderung der Abgrenzung bzw. Bewertungsmaßstäbe der für die einzelnen Segmente anzugebenden Segmentinformationen abbilden.[13] Im Sonderfall des Wegfalls eines Segments aufgrund von Veräußerung oder Stilllegung sind sowohl die Beträge des Berichtsjahrs und – sofern die Segmentberichterstattung generell auch Vorjahreswerte umfasst – des Vorjahres anzugeben. Zudem ist auf den Wegfall des Segments gesondert hinzuweisen und wesentliche Posten sind zu erläutern[14].

[1] Die hier anzuwendenden Regeln sind bereits oben ausführlich behandelt. Vgl. Rz. 45, Rz. 50 f. und Rz. 51b.
[2] Vgl. Hahn/Gottwick, in Hofbauer/Kirsch, Bonner Handbuch Rechnungslegung, 2. Aufl. 2010, Rz. 113.
[3] Vgl. IFRS 8.21 i. V. m. IFRS 8.29 f.
[6] Vgl. IFRS 8.30.
[7] Vgl. DRS 3.46 f.
[8] Vgl. Förschle/Kroner, Beck’scher Bi...

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