Rückstellungen nach HGB und... / 5.3.2 Drohverlustrückstellungen
 

Rz. 45

Folgende Gesichtspunkte zur Abgrenzung der Verbindlichkeitsrückstellungen von den Drohverlustrückstellungen: Verbindlichkeitsrückstellungen stehen im Zusammenhang mit vergangenen, Verlustrückstellungen dagegen mit künftigen Ereignissen; Verbindlichkeitsrückstellungen berücksichtigen die Vergangenheit, Verlustrückstellungen hingegen die Zukunft. Verbindlichkeitsrückstellungen werden entsprechend dem Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB gebildet. Verlustrückstellungen folgen dagegen dem ebenfalls in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB angesprochenen Imparitätsprinzip, das den Misserfolg eines Geschäfts frühestmöglich erfasst sehen will.

Die Abzinsungspflicht nach § 253 Abs. 2 HGB betrifft auch die Drohverlustrückstellungen.

 

Rz. 46

Die nach § 249 Abs. 1 Satz 1 HGB gebotene Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften ist nach § 5 Abs. 4a EStG steuerlich nicht zulässig. Die sich durch Bildung von Drohverlustrückstellungen ergebenden Abweichungen zwischen Handels- und Steuerrecht gebieten bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften die Steuerabgrenzung nach § 274 HGB (latente Steuern).

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