Rücklage für Zuschüsse / 2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Öffentlicher Zuschuss für die Anschaffung einer Maschine – Steuerbilanzwerte

Eine GmbH erhielt im Jahr 01 einen öffentlichen Zuschuss i. H. v. 6.000 EUR für die Anschaffung einer umweltfreundlichen Maschine mit einer Nutzungsdauer von 6 Jahren, deren Anschaffungskosten 42.000 EUR betragen. Die Anschaffung erfolgt erst im Januar 02. In ihrem Jahresabschluss 01 bildet die GmbH eine steuerfreie Rücklage von 6.000 EUR. Handelsrechtlich kann eine andere Wahl getroffen und auf eine derartige Bildung verzichtet werden. Wird die Handelsbilanz als E-Bilanz an das Finanzamt übermittelt, muss sichergestellt werden, dass die steuerlich abweichenden Werte in die entsprechenden Kennziffern übernommen werden. Zur Unterscheidung sollte mit 2 Buchungskreisen gearbeitet werden.

Buchungsvorschlag: Zuschuss für die Steuerbilanz 01

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1200/1800 Bank 6.000 0946/2988 Rücklage für Zuschüsse 6.000

Buchungsvorschlag: Kauf der Maschine in 02

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0210/0440 Maschinen 42.000      
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 7.980 1200/1800 Bank 49.980

Buchungsvorschlag: Übertragung auf Anschaffungskosten in 02

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0946/2988 Rücklage für ­Zuschüsse 6.000 0210/0440 Maschinen 6.000

Damit werden die Anschaffungskosten der Maschine mit 36.000 EUR ausgewiesen. Von diesem Betrag ist auch die Abschreibung zu berechnen.

 
Praxis-Beispiel

Öffentlicher Zuschuss für Anschaffung einer Maschine – Ausweis in der Handelsbilanz

Eine GmbH erhielt im Jahr 01 einen öffentlichen Zuschuss i. H. v. 6.000 EUR für die Anschaffung einer umweltfreundlichen Maschine mit einer Nutzungsdauer von 6 Jahren, deren Anschaffungskosten 42.000 EUR betragen. Die Anschaffung erfolgt erst im Januar 02. In ihrem Jahresabschluss 01 bildet die GmbH eine steuerfreie Rücklage von 6.000 EUR. Handelsrechtlich wird der Betrag als Gewinn erfasst. Wird die Handelsbilanz als E-Bilanz an das Finanzamt übermittelt, muss sichergestellt werden, dass die steuerlich abweichenden Werte in die entsprechenden Kennziffern übernommen werden. Zur Unterscheidung sollte mit 2 Buchungskreisen gearbeitet werden.

Es liegt derselbe Sachverhalt vor mit dem Unterschied, dass nunmehr die abweichenden Auswirkungen auf die Handelsbilanz zu berücksichtigen sind. In der Handelsbilanz wird der Zuschuss von 6.000 EUR als Betriebseinnahme erfasst.

Buchungsvorschlag: Buchung des Zuschusses in der Handelsbilanz

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1200/1800 Bank 6.000 2743/4975 Investitionszuschüsse (steuerpflichtig) 6.000

Eine steuerfreie Rücklage (Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen) wird handelsrechtlich nicht gebildet. Somit kommt es zwangsläufig zu einem unterschiedlichen Bilanzansatz in Steuer-und Handelsbilanz. Der Unterschied beträgt 6.000 EUR.

Durch diesen unterschiedlichen Ausweis werden im Jahr 01 auch unterschiedlich hohe Gewinne ausgewiesen. Der Handelsbilanzgewinn liegt um 6.000 EUR höher. Die tatsächliche Steuerbelastung entspricht daher nicht dem Gewinn in der Handelsbilanz, sodass passive latente Steuern auszuweisen sind. Die latenten Steuern werden nach den Differenzen ermittelt, die sich aus den unterschiedlichen Bilanzansätzen in Handels- und Steuerbilanz ergeben. Die passiven latenten Steuern bzw. Steuerrückstellungen sind wie folgt zu ermitteln:

 
Bilanzposten Bilanzansatz
Steuerfreie Rücklage in der Steuerbilanz 6.000 EUR
Steuerfreie Rücklage in der Handelsbilanz 0 EUR
Differenz 6.000 EUR
Steuerliche Auswirkung bei einem Steuersatz von 30 % = 1.800 EUR

Buchungsvorschlag: Latente Steuern in der Handelsbilanz

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2250/7645 Aufwendungen aus der Zuführung und Auflösung von latenten Steuern 1.800 0968/3065 Passive latente Steuern 1.800

Bei der Anschaffung der Maschine werden die steuerlichen Anschaffungskosten um 6.000 EUR gemindert. Somit bleibt die Differenz von 6.000 EUR in Handels- und Steuerbilanz zunächst bestehen. Die gegenläufigen Auswirkungen treten dann Jahr für Jahr über den Abschreibungszeitraum von 6 Jahren ein, weil der Abschreibungsverlauf unterschiedlich ist.

Wird die Handelsbilanz als E-Bilanz übertragen, müssen Korrekturen vorgenommen werden. Im Rahmen der Taxonomie müssen Wertkorrekturen bei den entsprechenden Kennziffern vorgenommen werden. Je nach Umfang der vorzunehmenden Korrekturen kann es sinnvoll sein, zusätzlich zur Handelsbilanz eine Steuerbilanz aufzustellen. Dann wird in Rahmen der Taxonomie nur die Steuerbilanz zugrunde gelegt.

In der Handelsbilanz werden die Anschaffungskosten der Maschine mit 42.000 EUR und in der Steuerbilanz mit 36.000 EUR ausgewiesen. Das bedeutet, dass die Abschreibung zweimal mit unterschiedlichen Beträgen für Handels- und Steuerbilanz erfasst werden muss. Parallel dazu müssen die passiven latenten Steuern über den Abschreibu...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge