Unabhängig davon, ob nachgelagert oder mit dem Ertragsanteil versteuert wird, zählen Renten zu den sonstigen Einkünften gem. § 22 EStG. Die Besteuerung von Renten erfolgt im Zuflusszeitpunkt.[1] Das gilt auch für Rentennachzahlungen für frühere Jahre. In diesem Fall wird der gesamte Nachzahlungsbetrag ebenso wie die laufende Rente im Jahr des Zuflusses nachgelagert oder mit dem Ertragsanteil besteuert.

 
Wichtig

Nachzahlungsbeträge müssen gesondert erklärt werden

Der Nachzahlungsbetrag einschließlich der nachgezahlten Anpassungsbeträge für den laufenden Veranlagungszeitraum sollte in der Steuererklärung immer in die dafür vorgesehene Extrazeile des Formulars Anlage R eingetragen werden. Nachzahlungen für mehrere Jahre sind in Zeile 9 anzugeben. Dabei ist darauf zu achten, dass diese Nachzahlungen in dem Rentenbetrag laut Zeile 4 enthalten sein müssen. Anhand der Eintragung in Zeile 9 prüft das Finanzamt, ob für diese Nachzahlungen eine ermäßigte Besteuerung nach der sog. Fünftelregelung des § 34 Abs. 1 i. V. m. § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG gewährt wird.[2] Um die Mehrbesteuerung durch den progressiven Einkommensteuertarif im Jahr der Zahlung zu mildern, wird der steuerpflichtige Teil der Rente durch 5 dividiert, die Steuer für dieses Fünftel berechnet und der so ermittelte Steuerbetrag verfünffacht. Nachzahlungen, die nur 1 Kalenderjahr betreffen, sind nicht begünstigt zu besteuern und daher nicht in Zeile 9 einzutragen.

Wer zusammen mit einer Rentennachzahlung Zinsen vom Rentenversicherungsträger erhält, muss diese als Einnahmen aus Kapitalvermögen[3] i. S. d. § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG versteuern.[4]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge