Personengesellschaften in d... / 4.3 Personengesellschaftliche Besonderheiten bei der standardisierten elektronischen Übermittlung von Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen (E-Bilanz)
 

Rz. 63a

Die Verpflichtung zur Einreichung einer sog. elektronischen Bilanz (kurz: E-Bilanz),[1] d. h. die standardisierte elektronische Übermittlung von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen (§ 5b EStG), besteht mithin für Personengesellschaften. Diese Gesellschaften haben für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2011 beginnen, entsprechende Bilanzposten elektronisch aufzubereiten und an die Finanzverwaltung zu übertragen.[2]

 

Rz. 63b

Grundsätzlich gelten als obligatorische Bestandteile einer E-Bilanz neben der Bilanz die Gewinn- und Verlustrechnung, die Ergebnisverwendung, die steuerrechtlich bedingten Modifikationen (sofern eine Handelsbilanz mit Überleitungsrechnung eingereicht wird) und die steuerliche Gewinnermittlung.[3] Während die Übermittlung dieser Bestandteile aufgrund der rechtsform- und größenklassenunabhängigen Fassung des § 5b EStG für alle Unternehmen gilt,[4] bestehen weitere Pflichtbestandteile speziell für Personengesellschaften. In diesem Kontext ist die Übermittlung von Kapitalkontenentwicklungen sowie Sonder- und Ergänzungsbilanzen von besonderer Bedeutung. Um Personengesellschaften im Zuge der Einführung der E-Bilanz nicht unmittelbar mit einem Mehraufwand zu konfrontieren, wurde seitens der Finanzverwaltung für die zusätzlichen spezifischen Berichtsbestandteile eine Übergangsphase eingeräumt.

 

Rz. 63c

Die Erstübertragung der gesonderten Darstellung jedes Gesellschafters in Gestalt der Kapitalkontenentwicklung wurde zunächst zeitlich verschoben. Die Übermittlung wurde erst für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2014 beginnen, verpflichtend.[5]"In der Übergangsphase werden die nach Gesellschaftergruppen zusammengefassten Mussfelder der Kapitalkontenentwicklung in der Bilanz erwartet, sofern keine Übermittlung im eigenen Teil "Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften" erfolgt."[6] Sofern die elektronische Übermittlung der Kapitalkontenentwicklung als eigenständiger Berichtsteil vorgenommen wird, müssen in der Bilanz nur die Posten der Ebene "Kapitalanteile der persönlich haftenden Gesellschafter"/"Kapitalanteile der Kommanditisten" verpflichtend übermittelt werden.[7] Folglich können die untergeordneten Mussfelder ohne Wert (NIL-Wert) übermittelt werden. Die Aufgliederung nach Gesellschaftergruppen im Zuge der Kapitalkontenentwicklung sowie die darin enthaltenen verpflichtend zu übermittelnden Bestandteile werden nochmals anhand der nachfolgenden Abb. 23 deutlich.

 
Ebene Bezeichnung Eigenschaft
1 Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften Mussfeld
2 unbeschränkt haftende Gesellschafter (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften) Mussfeld
3 Name des Gesellschafters (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
4 Gesellschaftergruppen (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
4 Nummer des Beteiligten aus Feststellungserklärung (Vordruck FB, Vollhafter) Mussfeld
3 Summe der Kapitalkontenentwicklung des Gesellschafters (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Summenmussfeld
4 Kapitalkontenarten (Kapitalkontenentwicklung für Personengesellschaften, Vollhafter) Mussfeld
5 Bezeichnung Kapitalkonto (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
5 Endbestand Kapitalkonto (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Summenmussfeld
6 Anfangsbestand Kapitalkonto (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
6 Einlagen (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
6 Entnahmen (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
6 Kapitaländerung durch Übertragung einer § 6b EStG Rücklage (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
6 Umbuchungen auf andere Kapitalkonten (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
6 andere Kapitalkontenanpassungen (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Vollhafter) Mussfeld
2 beschränkt haftende Gesellschafter (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Teilhafter) Mussfeld
3 Name des Gesellschafters (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Teilhafter) Mussfeld
4 Gesellschaftergruppe (Kapitalkontenentwicklung für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften, Teilh...

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