Offenlegungspflicht / 4 Entlastung für Kleinstkapitalgesellschaften

Für Kleinstbetriebe, die in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (GmbH oder AG) bzw. einer Personenhandelsgesellschaft ohne voll haftende natürliche Personen (z. B. GmbH & Co. KG) organisiert sind, bestanden umfangreiche Vorgaben für die Rechnungslegung. Bei Unternehmen mit sehr geringen Umsätzen und Vermögenswerten führten diese Vorgaben oft zu enormen Belastungen. Kleinstkapitalgesellschaften, die an 2 aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen 2 der 3 nachfolgenden Merkmale nicht überschreiten:

  • Umsatzerlöse bis 700.000 EUR, in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag,
  • Bilanzsumme bis 350.000 EUR, nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags ("Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag"), und
  • durchschnittlich 10 beschäftigte Arbeitnehmer,

können Erleichterungen in Anspruch nehmen.

Die Erleichterungen im Einzelnen

  • Kleinstunternehmen können auf die Erstellung eines Anhangs zur Bilanz vollständig verzichten, wenn sie bestimmte Angaben (u. a. zu Haftungsverhältnissen) unter der Bilanz ausweisen.
  • Darüber hinaus wird zur Verringerung der Darstellungstiefe im Jahresabschluss ein vereinfachtes Gliederungsschema für die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung eingeführt.
  • Kleinstkapitalgesellschaften können künftig wählen, ob sie die Offenlegungspflicht durch Veröffentlichung (Bekanntmachung der Rechnungslegungsunterlagen) oder durch Hinterlegung der Bilanz erfüllen. Um ein einheitliches Verfahren zu gewährleisten, erfolgt neben der elektronischen Einreichung der Unterlagen die Hinterlegung auch beim Betreiber des Bundesanzeigers. Im Fall der Hinterlegung können Dritte auf Antrag eine kostenpflichtige Kopie der Bilanz erhalten.

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