Rz. 96

Da die Offenlegungspflichten abhängig von der Größenklasse i. S. d. § 267 HGB sind, kann eine Strategie darin bestehen, zwecks Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen eine publizitätsfreundlichere Größenklasse anzustreben. Neben dem Einsatz bilanzpolitischer Instrumente,[1] z. B. offene Absetzung erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen von den Vorräten gem. § 268 Abs. 5 Satz 2 HGB oder Sale-and-lease-back-Geschäften zur Verminderung der Bilanzsumme, kommt die Spaltung von Gesellschaften nach §§ 123 ff. UmwG in 2 oder mehrere Gesellschaften in Betracht. Insbesondere bei der Spaltung von Kapitalgesellschaften sind jedoch die einschränkenden steuerlichen Voraussetzungen der §§ 15 und 16 UmwStG sowie des § 16 EStG (Teilbetriebserfordernis) zu beachten.

 

Rz. 97

Bei Personenhandelsgesellschaften i. S. d. § 264a HGB ist jedoch zu beachten, dass Übertragungen von Wirtschaftsgütern außerhalb des Anwendungsbereichs des Umwandlungssteuergesetzes nur nach Maßgabe des § 6 Abs. 5 EStG ohne Aufdeckung und Versteuerung stiller Reserven möglich sind. Danach ist z. B. die Übertragung von einzelnen Wirtschaftsgütern zwischen dem Gesamthandsvermögen und dem steuerlichen Sonderbetriebsvermögen bei derselben Personengesellschaft ebenso möglich wie die Übertragung zwischen dem Sonderbetriebsvermögen und dem Gesamthandsvermögen bei einer anderen Personengesellschaft. Voraussetzung ist jeweils, dass die Übertragung unentgeltlich oder gegen Gewährung bzw. Minderung von Gesellschaftsrechten erfolgt.

[1]

Vgl. ausführlich dazu Kirsch, "Bilanzpolitik im HGB- und IFRS-Einzelabschluss"; Stahl, KÖSDI 2007, S. 15476.

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