Offenlegung: Rechtsformabhä... / 5.4 Beeinflussungsmöglichkeiten zur Erreichung der Erleichterungen

Generell sind zur Erreichung der Offenlegungserleichterungen alle Möglichkeiten zur darstellungs- und sachverhaltegestaltenden Minimierung der Kriterien Bilanzsumme, Umsatz und Mitarbeiteranzahl wie auch bei der Darstellung der Vermeidung der Offenlegungspflicht für Personengesellschaften nach dem Publizitätsgesetz oder zur Verringerung des Offenlegungsumfangs für Kapitalgesellschaften relevant. Allerdings gibt es in der konkreten Anwendbarkeit einige Unterschiede.

Zunächst kann sich die Konzernbildung und somit die Verteilung von Umsatz, Bilanzsumme und Mitarbeitern auf mehrere rechtlich selbstständige Tochterunternehmen aus Sicht einer Kapitalgesellschaft lohnen, da die Konzernrechnungslegungspflicht erst bei den Abgrenzungskriterien für große Kapitalgesellschaften beginnt. Somit ist diese Variante insbesondere für mittelgroße Kapitalgesellschaften interessant, um durch Abspaltung und Gründung von Tochtergesellschaften in die Kategorie "klein" zu rutschen.

Es ist aber zu beachten, dass es ebenso wie beim Aufstieg in eine höhere Größenklasse auch beim Abstieg zu einer Verzögerung kommt. So kann eine im Vorjahr als "groß" eingestufte Kapitalgesellschaft auch bei Unterschreiten aller 3 Kriterien im aktuellen Jahr nicht als "klein" eingestuft werden, sondern gilt noch als "groß". Erst wenn auch im Folgejahr mindestens 2 der 3 Kriterien erneut unterschritten werden, ändert sich die Rechtsfolge auf "klein". Diese Verzögerung wird nur durchbrochen für den Fall der Neugründung oder Umwandlung. In diesem Fall geht das Gesetz davon aus, dass es keine Historie gibt, und bestimmt, dass die Größenkriterien des ersten Jahres für die Klassifikation heranzuziehen sind.

Dagegen gestaltet sich die Möglichkeit zur Nutzung von Wahlrechten bei der Darstellungsgestaltung etwas schwieriger, da diese durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz zum Teil eingeschränkt wurden. Das einzige verbleibende im Gegensatz zu Personengesellschaften zusätzlich eingeräumte Wahlrecht für Kapitalgesellschaften bezüglich der aktiven latenten Steuern ist nicht zu wählen, um die Bilanzsumme möglichst klein zu halten.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge