Offenlegung: Rechtsformabhä... / 5.3 Erleichterungen bei den Anhangangaben

Erleichterungen für kleine Unternehmen

Kleine Kapitalgesellschaften sind nach § 274 a HGB von der Anwendung der folgenden Vorschriften befreit:

  • Pflicht zur Erläuterung bestimmter Forderungen im Anhang,[1]
  • Erläuterung bestimmter Verbindlichkeiten im Anhang,[2]
  • Rechnungsabgrenzungsposten nach § 250 Abs. 3,[3]
  • Steuerabgrenzung.[4]

Im Anhang brauchen zudem nach § 288 Satz 1 HGB kleine Gesellschaften folgende Angaben nicht vorzunehmen:

  • Betrag der im Handelsregister eingetragenen Einlagen (nur offene Handels- und Komanditgesellschaften i. S. d. § 264 a HGB);
  • geschäftszweigbedingte Gliederungsänderungen brauchen nicht angegeben und begründet zu werden;
  • Quantifizierte Angaben zu Bewertungsvereinfachungsverfahren;
  • Anlagespiegel;
  • Aufgliederungen der Restlaufzeiten und Sicherungen auf einzelne Verbindlichkeitenpositionen;
  • Angaben zu nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften;
  • Aufgliederung der Umsatzerlöse;
  • Aufgliederung der Zahl der Arbeitnehmer;
  • Materialaufwand;
  • Gesamtbezüge der Organmitglieder;
  • Pensionsrückstellungen für ehemalige Organmitglieder und deren Hinterbliebene;
  • Angaben zu den Mitgliedern der Geschäftsführungsorgane und des Aufsichtsrats;
  • Beteiligungen;
  • Unternehmen, deren unbeschränkt haftender Gesellschafter das berichtende Unternehmen ist;
  • Erläuterungen sonstiger Rückstellungen;
  • Name des höchsten übergeordneten Mutterunternehmens;
  • Angaben zu persönlich haftenden Gesellschaftern;
  • Mezzanines Kapital;
  • Art und Höhe der Honorare der Abschlussprüfer Art und Umfang derivativer Finanzinstrumente sowie ggf. deren beizulegender Zeitwert;
  • über den Zeitwert bilanzierte Finanzanlagen;
  • nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente;
  • Angaben zu nahe stehenden Personen;
  • Forschungs- und Entwicklungskosten;
  • Parameter der Berechnung der Pensionsrückstellungen;
  • Sondervermögen;
  • Gründe der Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme von im Anhang ausgewiesenen Verbindlichkeiten;
  • ausschüttungsgesperrter Betrag;
  • Angaben zu den Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträgen auf denen die latenten Steuern beruhen und den verwendeten Steuersätzen;
  • Angaben zu passiven Steuersalden;
  • periodenfremde Aufwendungen und Erträge;
  • Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Anschlussstichtag;
  • Vorschlag oder Beschluss über die Ergebnisverwendung.

Erleichterungen für mittelgroße Unternehmen

Mittelgroße Gesellschaften können den Anhang nach § 288 Abs. 2 HGB ohne die folgenden Angaben erstellen:

  • Aufgliederung der Umsatzerlöse;
  • keine Angabe des Honorars des WPs, aber ggf. Meldung an WPK;
  • eingeschränkte Angaben zu nahe stehenden Personen (nur Geschäfte, die direkt oder indirekt mit Gesellschafter, Unternehmen, an denen die Gesellschaft selbst eine Beteiligung hält, oder Mitgliedern des Geschäftsführungs-, Aufsichts- oder Verwaltungsorgans abgeschlossen wurden);
  • keine Angaben zu den Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträgen auf denen die latenten Steuern beruhen und den verwendeten Steuersätzen;
  • periodenfremde Aufwendungen und Erträge.

Zudem können noch im Rahmen der Offenlegung Erleichterungen für die Anhangangaben von den mittelgroßen Unternehmen nach § 326 HGB genutzt werden. Es können entfallen:

  • Aufgliederungen der Restlaufzeiten und Sicherungen auf einzelne der Verbindlichkeitenpositionen;
  • Angabe des Materialaufwands bei Verwendung des Umsatzkostenverfahrens;
  • Erläuterungen sonstiger Rückstellungen.
 
Praxis-Tipp

Vor dem Hintergrund dieser Angabebefreiungsmöglichkeiten sollte bei Vorliegen der Offenlegungspflicht somit versucht werden, eine möglichst kleine Größenklasse zu erreichen, um den Umfang der Offenlegung zu minimieren.

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