• Der Nießbraucher darf Absetzungen für Abnutzung (AfA) weder auf das Gebäude[2] noch auf das unentgeltlich erworbene Nießbrauchsrecht vornehmen.[3] Er darf lediglich die Herstellungskosten für die von ihm in Ausübung des Nießbrauchs eingebauten Anlagen und Einrichtungen[4] sowie die Aufwendungen für Einbauten zu vorübergehendem Zweck[5] abschreiben.
  • Andere Werbungskosten darf der Nießbraucher abziehen, soweit er sie im Rahmen der Nießbrauchsbestellung vertraglich übernommen und tatsächlich getragen hat. Fehlt eine vertragliche Regelung, ist der Nießbraucher zum Abzug berechtigt, wenn er sie aufgrund der gesetzlichen Lastenverteilung[6] getragen hat. Ebenfalls abzugsfähig sind Aufwendungen, zu denen der Nießbraucher zwar nicht verpflichtet, aber nach § 1043 BGB berechtigt ist und die in seinem Interesse erfolgen.

    Verzichtet der Nießbraucher indes gegenüber dem Eigentümer von vornherein auf den Ersatzanspruch[7] oder steht schon bei der Aufwendung fest, dass der Ersatzanspruch nicht zu realisieren ist, ist von einer nicht abziehbaren Zuwendung[8] durch die Erhaltungsmaßnahme auszugehen.[9]

  • Hat der Nießbraucher größeren Erhaltungsaufwand auf 2 bis 5 Jahre verteilt[10] und endet der Nießbrauch vor Ablauf des Verteilungszeitraums (z. B. durch Tod des Nießbrauchers), darf der Nießbraucher den noch nicht berücksichtigten Teil des Erhaltungsaufwands nur noch im Jahr der Beendigung des Nießbrauchs abziehen. Die von einem Steuerpflichtigen geleisteten Aufwendungen sind nach seinem Tod in der für ihn durchzuführenden Veranlagung zu berücksichtigen.[11] Bei Tod des Nießbrauchers ist eine spätere Verteilung durch den Rechtsnachfolger nicht möglich. Es besteht keine Rechtsgrundlage für einen interpersonellen Übergang des verbliebenen Teils der von dem Nießbraucher getragenen Erhaltungsaufwendungen auf den Eigentümer. Insbesondere begründet bei Beendigung des Nießbrauchs durch den Tod des Nießbrauchers die Regelung des § 11d Abs. 1 Satz 1 EStDV nicht die interpersonelle Überleitung der Erhaltungsaufwendungen auf den Eigentümer.[12]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge