Nachhaltigkeit im Kennzahle... / 4.2 Ecological Value Added

Neue Spitzenkennzahl für die ökologische Säule

Analog soll eine Ecological-Value-Added-Kennzahl definiert werden zur Messung der ökologischen Ziele wie

  • Begrenzung von Schadstoffemissionen,
  • Recycling von Abfällen,
  • Ressourcenschonung und
  • Abfallrecycling (vgl. Tab. 1).

Derzeit existiert eine Vielzahl von einzelnen Kennzahlen in den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen, wobei dort den Umweltkennzahlen in Form absoluter und relativer Größen eine große Bedeutung zukommt. Innerhalb der absoluten Umweltkennzahlen finden sich hauptsächlich Kosten- und Mengenkennzahlen (Senkung des Energieverbrauchs, der Energiekosten oder der Abfallmenge). Die relativen Umweltkennzahlen stellen die Umweltleistung, aber auch Inanspruchnahmen, als Verhältnis zweier absoluter Grundzahlen dar, etwa

  • der CO2-Ausstoß am Tag pro Mitarbeiter,
  • die Recyclingquote (Anteil des recycelten Materials am Gesamtmaterial),
  • die Stoffeffizienz (Materialinput zu Produktoutput),
  • der Energieverbrauch je produzierte Einheit,
  • die Abfallmenge je produzierte Einheit oder
  • das Abwasser pro Mitarbeiter.

Auch der CO2-Ausstoß als Emissionskennziffer wird gerne als die Kenngröße genommen, welche als oberste oder Hauptkennzahl die ökologische Säule im Nachhaltigkeitskonzept abbildet, wie etwa bei der Firma SAP. Auch wenn dies einen ersten Schritt in die Ermittlung einer obersten Kennzahl pro Säule des Nachhaltigkeitsmodells darstellt, berücksichtigt der CO2-Ausstoß nicht Ressourcenverbräuche und deren Einsparungen. Sie zeigt ferner nicht die Veränderungen auf und berücksichtigt keine Aufwendungen für Verbesserungen der Umweltsituation. Des Weiteren werden Branchenunterschiede nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie die Zugehörigkeit des Unternehmens zum primären, sekundären und tertiären Sektor, was sicherlich einen Unterschied bezüglich der notwendigen Ressourcenverbräuche macht. Im Unternehmensvergleich stünden bei Verwendung der CO2-Kennzahl somit Dienstleistungsunternehmen gegenüber Industrieunternehmen deutlich besser im Sinne der ökologischen Säule dar. Aussagefähig sind daher eher Vergleiche zwischen gleichartigen Unternehmen und/oder Vergleiche auf der Zeitachse.

Der WAREC

Aufgrund der Schwächen einer obersten CO2-Kennzahl zur Messung der ökologischen Nachhaltigkeit wird die Bildung einer Ecological-Value-Added-Kennzahl vorgeschlagen, die analog zur Economic-Value-Added-Kennzahl einen Vergleich mit einer aus dem Markt oder der Umgebung abgeleiteten Plan-, Soll- oder Durchschnittszahl (ein Pendant zum WACC als Vergleichsschnur zum Economic Value Added) vorsieht. So könnte der Ecological Value Added zusammengesetzt sein aus den Ausgaben für Umweltschutz und Ressourcenverbräuche – und wiederum bietet sich eine Währung als gemeinsamer Nenner für die Bildung einer solchen Zahl an –, eventuell auch in Bezug zur Wertschöpfung, verglichen mit einem sog. WAREC. Dieser ist definiert als Weighted Average Resource and Environmental Cost und enthält Soll- oder Durchschnittswerte.

Internalisierung der Kosten

Wichtig ist hierbei, dass die Umweltkosten und Ressourcenverbräuche in beiden Unterkennzahlen auch internalisierte Kosten enthalten, d. h., dass die Kosten, welche die Allgemeinheit normalerweise zu tragen hat, ebenfalls auf das Unternehmen umgelegt wurden. Das Einbeziehen von Aufwendungen für Emissionspapiere ist ein erster Ansatz der Internalisierung von Umweltschutzkosten und der Übertragung von Kosten der Allgemeinheit auf die Unternehmen.

Ausgleich von Branchenunterschieden durch Betafaktoren

Im WAREC können wiederum wie beim WACC-Ansatz Betafaktoren für Branchen und Unternehmensbesonderheiten definiert und eingeführt werden. Insgesamt stellen der Ecological Value Added sowie die Bestandteile eines WAREC und dessen Berechnungsmethode einen ersten Ansatz zur Diskussion dar, den es weiter zu verfeinern gilt.

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