Der monatliche Arbeitslohn eines Minijobbers darf 450 EUR nicht übersteigen. Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass die Arbeitszeit so festgelegt wird, dass diese, multipliziert mit dem Mindestlohn (für 2020: 9,35 EUR und 2019: 9,19 EUR pro Stunde), nicht zu einer Überschreitung der 450-EUR-Grenze führt. Bereits bestehende Branchenmindestlöhne haben weiterhin Bestand, soweit diese höhere Mindestlöhne als 9,35 EUR je Stunde vorsehen.

Dieser Mindestlohn gilt auch in der Land- und Forstwirtschaft und in der ostdeutschen Bekleidungsindustrie. Seit dem 1.1.2018 gilt insgesamt der allgemeine Mindestlohn (9,35 EUR in 2020). Der Mindestlohn für die Zeit ab dem 1.1.2021 ist wie folgt festgelegt worden:

 
ab dem 1.1. 2021 bis 30.6,2021: 9,50 EUR
ab dem 1.7.2021 bis 31.12.2021: 9,60 EUR
ab dem 1.1.2022 bis 30.6.2022: 9,82 EUR
ab dem 1.7.2022: 10,45 EUR

Arbeitgeber müssen bei allen Minijobs prüfen, wie sich der jeweilige Mindestlohn pro Stunde auswirkt. Bei einer Arbeitszeit von

  • 47 Stunden im Monat ergibt sich bei einem Stundenlohn von 9,50 EUR ein monatlicher Arbeitslohn von (47 × 9,50 EUR =) 446,50 EUR;
  • 48 Stunden im Monat ergibt sich bei einem Stundenlohn von 9,50 EUR ein monatlicher Arbeitslohn von (48  × 9,50 EUR =) 456,00 EUR.
  • 46 Stunden im Monat ergibt sich bei einem Stundenlohn von 9,60 EUR ein monatlicher Arbeitslohn von (46 × 9,60 EUR =) 441,60 EUR
  • 47 Stunden im Monat ergibt sich bei einem Stundenlohn von 9,60 EUR ein monatlicher Arbeitslohn von (47 × 9,60 EUR =) 451,20 EUR

Die vorstehenden Berechnungen zeigen, dass, wenn die Höchstgrenze ausgeschöpft werden soll, die Arbeitszeit immer wieder reduziert werden muss. Im Jahr 2021 muss die Anpassung zum 1.1. und zum 1.7. erfolgen.

 
Wichtig

Kontrolle der Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR

Konsequenz ist, dass der Arbeitgeber für das gesamte Jahr (also für einen Zeitraum von 12 Monaten) prüfen muss, ob beim Minijobber die Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR eingehalten wird. Bei dieser Betrachtung sind alle laufenden und einmaligen Einnahmen zu erfassen, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Diese Prüfung muss der Arbeitgeber zu Beginn eines Beschäftigungsverhältnisses und jeweils zu Beginn eines Kalenderjahres durchführen.

Bei einem Mindestlohn zum 1.1.2021 von 9,50 EUR darf die vereinbarte und tatsächliche Arbeitszeit im Monat 47 Stunden nicht übersteigen. Da der Mindestlohn zum 1.7.2021 auf 9,60 EUR steigt, ist eine erneute Anpassung auf 46 Stunden pro Monat erforderlich. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben keine Möglichkeit, von diesem Betrag nach unten abzuweichen. Der Rechtsanspruch auf 9,50 EUR bzw. 9,60 EUR Stundenlohn bleibt auch dann bestehen, wenn ein niedrigerer Betrag vereinbart werden sollte.

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