Mehrere Minijobs werden zusammengerechnet. Übt der Arbeitnehmer jedoch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus, kann er daneben einen Minijob ausüben, ohne dass eine Zusammenrechnung erfolgt.

 
Praxis-Beispiel

Beschäftigung im Übergangsbereich plus Minijob

Ein Unternehmer beschäftigt einen Arbeitnehmer, der von ihm ein monatliches Arbeitsentgelt von 450 EUR erhält. Dieser Arbeitnehmer übt noch bei einem anderen Arbeitgeber eine Beschäftigung im Übergangsbereich aus, bei der er ein regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt von 650 EUR bezieht.

Die Tätigkeit in der Gleitzone ist eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, neben der ein Minijob ausgeübt werden kann. Das bedeutet Folgendes:

  • Der andere Arbeitgeber rechnet die Teilzeitbeschäftigung (650 EUR) im Übergangsbereich ab, ohne dass hierbei der Arbeitslohn aus dem Minijob einbezogen wird.
  • Der Unternehmer selbst rechnet den Minijob ab, ohne dass er die Beschäftigung in der Gleitzone berücksichtigen muss. Er meldet die Beschäftigung bei der Minijobzentrale an und führt die 30 %ige pauschale Abgabe (Rentenversicherung 15 %, Krankenversicherung 13 % und Lohnsteuer 2 %) zuzüglich Umlagen an die Knappschaft-Bahn-See (Minijobzentrale) ab.

Vorsicht! Ein weiterer (2.) Minijob führt dazu, dass die Arbeitsentgelte aus dem Übergangsbereich und aus dem 2. Minijob zusammengerechnet werden und zwar auch dann, wenn insgesamt der Grenzwert von 450 EUR nicht überschritten wird. Damit kann ggf. die Abrechnung im Übergangsbereich entfallen, wenn die Grenze von 1.300 EUR überschritten wird. Nur der 1. Minijob kann getrennt und pauschal abgerechnet werden.

Ausnahme: Bei der Arbeitslosenversicherung erfolgt keine Zusammenrechnung, mit der Folge, dass nur für Zwecke der Arbeitslosenversicherung die Gleitzonen-Regelung anzuwenden ist.

Hinweis: Bei Kinderlosen gibt es einen Beitragszuschlag von 0,25 % in der Pflegeversicherung. Die Krankenkassen dürfen einen individuellen Zuschlag erheben, der allerdings vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte zu tragen ist.

Zusätzlich zahlt der Arbeitgeber noch die Umlagen U1, U2 und die Insolvenzumlage, sodass sich dadurch eine höhere Belastung ergibt. Hinzu kommen Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, die vom zuständigen Unfallversicherungsträger individuell erhoben werden.

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