Konsolidierung von Kapital ... / 3.2.3 Weitere anteilsmäßige Konsolidierungsnotwendigkeiten
 

Rz. 126

Weitere innerkonzernliche Beziehungen mit Gemeinschaftsunternehmen sind im Rahmen der Quotenkonsolidierung ebenfalls anteilig zu eliminieren. Generelles Ziel ist es, dass im Konzernabschluss nur noch die Forderungen und Schulden, Zwischenergebnisse sowie Aufwendungen und Erträge erscheinen, die dem Anteil der anderen Gesellschafter am Gemeinschaftsunternehmen entsprechen. So sind Schuldbeziehungen zwischen den übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen und dem Gemeinschaftsunternehmen entsprechend den Anteilen des den Konzernabschluss aufstellenden Gesellschafterunternehmens am Kapital des Gemeinschaftsunternehmens zu konsolidieren. Die verbleibenden Teile werden als Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in der Konzernbilanz ausgewiesen.[1]

 

Rz. 127

Bei der Behandlung von Zwischenergebnissen aus innerkonzernlichen Geschäften mit Gemeinschaftsunternehmen ist unabhängig von der Lieferungsrichtung eine quotale Eliminierung in Höhe der Beteiligungsquote pflichtmäßig durchzuführen. Die Zwischenergebniseliminierung ist daher sowohl bei upstream-Geschäften (vom Gemeinschaftsunternehmen zu anderen Unternehmen im Konsolidierungskreis) als auch bei den umgekehrten downstream-Geschäften anteilsmäßig vorzunehmen (DRS 27.46). Auch Zwischenergebnisse aus dem Handel von einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen untereinander (cross-stream-Geschäfte) sind anteilsmäßig zu eliminieren (DRS 27.47). Ebenso sind aus entsprechenden Geschäften stammende Aufwendungen und Erträge quotal gegeneinander aufzurechnen. Konsequenterweise sind auch die durch diese Eliminierungen notwendigen latenten Steuern nur anteilig zu berücksichtigen. Eine Ausnahme von der Pflicht zur quotalen Korrektur existiert im Rahmen der Behandlung von Ausschüttungen, die von dem leitenden Konzernunternehmen als Beteiligungserträge erfasst sind. Wenn einem voll konsolidierten Unternehmen im Konsolidierungskreis eine Ausschüttung aus dem Gemeinschaftsunternehmen zufließt, ist diese komplett zu eliminieren, da die quotale Einbeziehung der Erträge und Aufwendungen bereits den Gewinnanteil zum Ausdruck bringt, der ansonsten doppelt erfasst würde. Da die Ausschüttung bereits auf Basis des Kapitalanteils berechnet ist, scheidet in diesem Fall auch eine quotale Behandlung aus.[2]

[1] Vgl. Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 1994, § 310 HGB Rz. 38; Ebeling, in Baetge/Kirsch/Thiele, Bilanzrecht, § 310 HGB Rz. 86, Stand; 8/2011.
[2] Vgl. Adler/Düring/Schmaltz, Rechnungslegung und Prüfung der Unternehmen, 1994, § 310 HGB Rz. 46.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge