Kompaktübersicht: Steuerges... / Zinsbesteuerung
 
Norm Erläuterung Inkrafttreten Änderungsgesetz Verfahrensstand
§ 20 EStG u.a. Die bisherige sog. Zinsrichtlinie 2003/48/EG wurde verschärft, da von ihr insbesondere neue Finanzinstrumente nicht erfasst wurden. Auch wird damit verhindert, dass durch indirekte Formen des wirtschaftlichen Eigentums an verzinslichen Wertpapieren eine Zinsbesteuerung umgangen wird. Dies soll erreicht werden durch: Muss bis 1.1.2016 noch in nationales Recht umgesetzt werden Geänderte EU-Zinsrichtlinie 2014/48/EU vom 24.3.2014 Verkündet im Amtsblatt der EU v. 15.4.2014, L 111/50
Bessere Auskünfte der Zahlstellen zur Feststellung der Identität mit Angaben zu Geburtsdatum, Geburtsort und Steuer-IdNr.
Neues Transparenzkonzept (Look-through-approach) um die hinter bestimmten Einrichtungen oder Rechtsvereinbarungen in bestimmten Ländern stehende natürliche Person als wirtschaftlicher Eigentümer zu erkennen und bisherige Umgehungen zu vermeiden.
Zudem soll eine "Umleitung" von Zinszahlungen über außerhalb der EU ansässige Wirtschaftsteilnehmer (z. B. Zweigstellen, Tochterunternehmen, verbundene Unternehmen, Holdinggesellschaften von Finanzinstituten) durch eine Übertragung der Pflichten wie für eine Zahlstelle verhindert werden.
Es gilt zudem ein erweiterter Begriff für Zinserträge, der auch Erträge aus Finanzinstrumenten umfasst, die in Bezug auf den Umfang des Risikos, die Flexibilität und die vereinbarte Rendite Forderungen gleichwertig sind.
Auch Lebensversicherungen, die eine Ertragsrendite garantieren, fallen nun unter die Zinsrichtlinie. Gleiches gilt, wenn die Leistung zu mehr als 40 % an Erträge aus Forderungen oder gleichwertige Erträge gekoppelt ist.
Bei Investmentfonds mit Sitz in der EU werden generell auch Erträge von Nicht-OGAW einbezogen und damit alle Investmentfonds unabhängig von deren Rechtsform berücksichtigt. Bei Fonds außerhalb der EU bzw. des EWR werden auch Zinsen und gleichwertige Erträge unabhängig von ihrer Rechtsform bzw. der Art ihrer Platzierung erfasst.
Als Zinszahlung gelten neben Erträgen aus Direktanlagen auch solche aus indirekten Anlagen, ebenso Erträge aus gemeinsamen Anlagen aus Organisationen in anderen Ländern.
Eine freiwillige Auskunftserteilung tritt gleichwertig neben das aufwendigere "Bescheinigungsverfahren". Der wirtschaftliche Eigentümer mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat hat insoweit ein Wahlrecht, wie er die Erhebung der Quellensteuer vermeiden will.

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