Begriff

Die "Interne Revision" ist eine prozessunabhängige Institution, die innerhalb eines Unternehmens Strukturen und Aktivitäten prüft und beurteilt. Dieser unternehmensinterne Überwachungsträger darf weder in den Arbeitsablauf integriert noch für das Ergebnis des überwachten Prozesses verantwortlich sein.[1] In zahlreichen Unternehmen wird das interne Kontrollsystem von der internen Revision überwacht. Zu den Aufgaben der internen Revision zählt dann auch die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems.[2]

In Zeiten von Krisen (z. B. Corona-Pandemie) ist die "Unternehmensüberwachung" besonders wichtig. Siehe auch Hinweis des IDW v. 8.4.2020 zu Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Corona-Virus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung: Es ist nicht zulässig, dass Mitarbeiter der internen Revision des prüfungspflichtigen Unternehmens für den Abschlussprüfer an der Inventur teilnehmen, wenn diesem eine Beobachtung vor Ort aufgrund von Zugangsbeschränkungen zum Betriebsgelände unmöglich ist (siehe auch Tz. 7.2.).

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

§ 25a KWG; §§ 91 Abs. 2, 93 AktG; § 107 Abs. 3 AktG; IDW-Prüfungsstandard "Feststellung und Beurteilung von Fehlerrisiken und Reaktionen des Abschlussprüfers auf die beurteilten Fehlerrisiken" (IDW PS 261 n. F. v. 13.3.2013); IDW PS 321 (9.9.2010): "Interne Revision und Abschlussprüfung"; BGH, Urteil v. 22.9.2011, III ZR 95/11: Bei der Beauftragung eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens mit der internen Revision handelt es sich um einen Vertrag über die Leistung von Diensten höherer Art, die aufgrund besonderen Vertrauens übertragen zu werden pflegen. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) und das Deutsche Institut für Interne Revision e. V. (DIIR) haben am 7.4.2017 den gemeinsamen Standard zur Prüfung von Internen Revisionssystemen in seiner finalen Fassung veröffentlicht; http://www.diir.de/fachwissen/standards/ (letzter Abruf: 11.9.2017): Internationale Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision 2017. Das IDW hat einen Prüfungsstandards zur Mitteilung von Mängeln im IKS an die für die Überwachung Verantwortlichen und das Management veröffentlicht (IDW EPS 475; Stand 26.3.2020).

Ein Steuer-IKS ist lt. BMF, Schreiben v. 25.3.2016, IV A 3 – S 0324/15/10001, Tz. 2.6. letzter Satz, ein Instrument, um steuerstrafrechtliche Risiken (Vorsatz und bedingter Vorsatz gem. §§ 370, 371 AO, Leichtfertigkeit gem. § 378 AO) und Risiken im Ordnungswidrigkeitenrecht (§§ 30, 130 OWiG) zu vermeiden.

Im aktuellen Fall "Wirecard" hat wohl ein internes Kontrollsystem zumindest nicht im ausreichendem Maße existiert. Interne Kontrollsysteme können einem Betrug (Bilanzdelikt) vorbeugen. Die Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland e. V. fordert, die Unabhängigkeit Interner Revisoren in Großunternehmen zu stärken, um Fälle wie "Wirecard" zu verhindern.

In BMF, Schreiben v. 28.11.2019, IV A 4 – S 0316/19/10003:001 BStBl 2019 I S. 1269, ist unter Tz. 6 beschrieben, wie das IKS für die Einhaltung der Ordnungsvorschriften des § 146 AO aussehen muss.

[1] Siehe auch IDW PS 261 n. F. v. 13.3.2013, Tz. 3.1.2.1 Rz. 20.
[2] Siehe auch IDW PS 261 n. F. v. 13.3.2013, Tz. 3.1.2.2 Rz. 34.

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