Insolvenzgefahren: Erkennen... / 4.1.2 Zusammenfassende Betrachtung der Beispielbilanz nach Liquiditätsgesichtspunkten

Im Beispiel hat sich die Bilanz des Unternehmens hinsichtlich der Liquiditätsgesichtspunkte insgesamt positiv entwickelt: Das Anlagevermögen ist zwar nominell geringfügig gestiegen, der prozentuale Anteil an der Bilanzsumme hat sich jedoch vermindert.

Besonders positiv ist zu bewerten, dass das betriebsnotwendige Anlagevermögen reduziert wurde. Die kurzfristig liquidierbaren Anteile des nicht betriebsnotwendigen Anlagevermögens haben zugenommen und die mittel- und langfristig liquidierbaren, nicht betriebsnotwendigen Bestandteile des Anlagevermögens haben abgenommen.

Die Liquiditätsauswirkung im Anlagevermögen hat sich in allen Bereichen positiv entwickelt. Auch die Entwicklung des Umlaufvermögens unter Liquiditätsaspekten ist insgesamt positiv, da sich dessen Anteil an der Bilanzsumme erhöht hat. In der Regel ist das Umlaufvermögen schneller liquidierbar. Der Anstieg der liquiden Mittel ist unter Liquiditätsgesichtspunkten positiv zu bewerten. Die Bilanzpositionen Vorräte und Forderungen haben sich zwar betragsmäßig, aber nicht prozentual verändert, sodass hier keine Liquiditätsänderung eingetreten ist. Das Sonstige Umlaufvermögenhat sich prozentual vermindert, was eine negative Liquiditätsveränderung bedeutet. Allerdings ist bei den Bilanzpositionen Vorräte, Forderungen und Sonstiges Umlaufvermögen eine weitergehende Analyse notwendig. In der Regel ist der Anstieg der Vorräte unter Liquiditätsaspekten negativ zu bewerten, da liquide Mittel gebunden werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn den Vorräten kein entsprechender Produktionsverbrauch gegenübersteht bzw. die Vorräte am Markt nicht, nur schwer und/oder mit Verlust zu veräußern wären. Ebenso ist der Anstieg der Forderungen unter Liquiditätsaspekten negativ zu bewerten, da diese – insbesondere bei langen Zahlungsfristen – erst später liquiditätswirksam werden und darüber hinaus ein Ausfallrisiko besteht. Anders wäre dies zu bewerten, wenn die Forderungen abgesichert und damit das Ausfallrisiko ausgeschlossen ist oder die Forderungen an eine Factoringgesellschaft verkauft wurden. Bei der Bilanzposition Sonstiges Umlaufvermögen kommt es darauf an, ob sich kurz- oder langfristige Bestandteile verändert haben.

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