Innovationssteuerung: IT-Unterstützung für Portfolio- und Ressourcenmanagement

Zusammenfassung

 
Überblick

Die Effektivität eines Innovationsprozesses beruht auf den richtigen Entscheidungen bei der Evaluierung der Ideen und der Auswahl der richtigen Projekte. Ein transparentes, IT-gestütztes Projektportfolio der laufenden und zur Auswahl stehenden Projekte unterstützt diesen Entscheidungsprozess.

Dabei gilt es, alle laufenden Projekte zu überblicken, Probleme zu erkennen und rechtzeitig die richtigen Weichen zu stellen, damit die neuen Produkte effizient und erfolgreich in den Markt eingeführt werden können. Beim Ressourcenmanagement, beim Business Case Management und beim Projektreporting ist IT-Unterstützung in der Praxis unverzichtbar.

Eine flexible, einheitliche IT-Lösung dämmt einen komplexen Wildwuchs beim Einsatz von Tabellenkalkulationen ein und erhält gleichzeitig die Agilität bei Planung, Analyse und Reporting.

In dem Beitrag werden die fachlichen Anforderungen von Ressourcen- und Kapazitätsmanagement, Business Case Management und Portfoliomanagement beschrieben und die verschiedenen IT-Optionen zur Unterstützung bewertet.

1 Steuerungsbedarf von Innovationsprozessen

1.1 Innovation wird zur Überlebensfrage

Die permanent steigenden Investitionen der Unternehmen in Innovation und F&E sind ein Beweis dafür, dass Innovationen längst kein Wettbewerbsvorteil mehr sind, sondern eine Frage des Überlebens.

In der Veröffentlichung der FuE Facts im Februar 2014, stellte die Wissenschaftsstatistik im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft fest: "Mit 53,79 Milliarden Euro hat die deutsche Wirtschaft so viel für Forschung und Entwicklung ausgegeben wie nie zuvor. Mit einer Steigerungsrate von 5,3 % haben sich die FuE-Aufwendungen damit deutlich günstiger entwickelt als andere wichtige Wirtschaftszahlen. So sind das Bruttoinlandsprodukt 2012 um 2,5 % und der Konsum um 2,2 % gestiegen."[1]

Der Innovations- und F&E-Bereich ist zu einem der wichtigsten Treiber für zukünftige wirtschaftliche Erfolge geworden. Der Druck des Top-Managements auf diesen Bereich, Ausgaben in margenträchtige und erfolgreiche Produkte umzusetzen, wächst kontinuierlich. Die Zeiten, in denen Entwicklungsingenieure weitgehend unberührt von Effizienzzwängen arbeiten konnten, sind in den meisten Unternehmen schon heute vorbei. Dieser Trend wird weiter anhalten und an Dynamik zunehmen.

Die Unternehmen benötigen aber nicht nur eine Verbesserung der Effizienz, sondern auch eine Verbesserung der Effektivität, um in der Dynamik ihrer angestammten Märkte zu bestehen und sich neue Märkte zu erschließen. Die Veränderungsgeschwindigkeit in den Märkten, insbesondere auch durch neue Akteure auf den Märkten, erfordert ein hohes Maß an Agilität im Innovationsprozess und damit auch ein hohes Maß an Agilität in den Steuerungsprozessen.

In vielen Unternehmen wurde viel Energie und Aufwand in die Entwicklung und Implementierung von Produktentstehungsprozessen (PEP) investiert. Diese werden zunehmend auch auf agile Methoden umgestellt oder erweitert. Es fehlt jedoch meistens an einem durchgehenden Konzept, wie das Management den Überblick über die Aktivitäten behalten kann und im Falle einer zu treffenden Entscheidung alle Fakten sofort im Zugriff haben.

[1] Kladroba, 2014, S. 1.

1.2 Abgrenzung von Innovationsprozess und F&E-Prozess

Im weiteren Verlauf dieses Artikels stehen der Innovationsprozess und seine Steuerung im Fokus. Aus unserer Sicht schließt dieser den F&E-Prozess ein. In der Praxis findet man jedoch eine Vielzahl von verschiedenen Verwendungsweisen des Innovationsbegriffs. Den Ausführungen in diesem Artikel liegt die Abgrenzung in Abb. 1 zugrunde.

Abb. 1: Abgrenzung Innovationsprozess und F&E-Prozess

Der Innovationsprozess beginnt mit der Ideenfindung und –generierung. Er endet mit der Verwertungsphase, die der Markteinführung folgt. Der F&E-Prozess ist nach dieser Definition ein Teilprozess des Innovationsprozesses.[1]

In den meisten Branchen wird der größte Teil der Ausgaben für ein neues Produkt in der Entwicklungsphase und der Markteinführung investiert. Die Grundlagen für Effektivität und teilweise auch für Effizienz werden jedoch schon in früheren Phasen gelegt.

Abb. 2: Die Kernfragen im Innovationsprozess

[1] In Anlehnung an Munck/Tkotz/Quitt, 2011, S. 56.

2 Zwei Kernfragen zur Steuerung

Auf dem Weg zur Markteinführung werden Ideen eliminiert

Der Innovationsprozess ist ein Trichter, in dem aus einer Vielzahl von Ideen auf dem Weg zur Markteinführung die meisten Ideen wieder eliminiert werden. Im Gegensatz zu einem Trichter zur Abfüllung von Flüssigkeiten hat der Innovationstrichter durchlässige Seiten, durch die Ideen herausfallen, wenn sie als nicht umsetzbar oder nicht wirtschaftlich verwertbar erscheinen.

Die erste Kernfrage ist die Frage, welche Ideen in konkrete Projekte umgesetzt werden sollen und können. Die zweite Kernfrage ist, ob die Projekte, für die sich das Management entschieden hat, auch erfolgreich umgesetzt werden.

Die bereits laufenden Projekte und die zur Entscheidung anstehenden Projekte bilden das Projektportfolio und damit die Schnittstelle zwischen den beiden Kernfragen.

Transparenz ist Grundlage für gute Entscheidungen

Entscheidungen sind auf allen Ebenen eines Unternehmens und in allen Phasen d...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge