Innovation Performance Measurement: Auf die richtigen Kennzahlen kommt es an

Zusammenfassung

 
Überblick

Innovation Performance Measurement wird als die wesentliche Aufgabe eines systematischen Innovationscontrollings verstanden. Über die Hälfte der deutschen Unternehmen ist jedoch mit ihrer eigenen Innovationserfolgsmessung und ihrem Innovationsreporting unzufrieden.

Neben Problemen bei der Datenerhebung stellt die Auswahl der richtigen Kennzahlen aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Unternehmen vor Herausforderungen.

Dieser Beitrag gibt zunächst einen allgemeinen Überblick über das Innovation Performance Measurement. Anschließend wird ein idealtypischer Sammlungs-, Bewertungs- und Auswahlprozess von Innovationskennzahlen vorgestellt.

1 Herausforderungen im Innovationsmanagement und -controlling

Bedeutung des Innovationsmanagements

Stetig steigender Konkurrenzdruck, verkürzte Technologie- und Produktlebenszyklen sowie sich ändernde Kundenwünsche stellen Unternehmen im 21. Jahrhundert immer wieder vor neue Herausforderungen. Um sich in diesem dynamischen Spannungsfeld hervorzuheben, müssen Unternehmen ihr Innovationsmanagement weiterentwickeln. Diese Aussage wird durch die jährlich höheren Innovationsaufwendungen der deutschen Wirtschaft untermauert, die im letzten Jahrzehnt stetig um eine Jahresrate von 4,1 % auf 51,45 Mrd. EUR im Jahr 2011 gestiegen sind.[1]

Durch Innovationen können Unternehmen Wachstum, wirtschaftlichen Erfolg und Beschäftigung sichern. Darüber hinaus bietet sich Unternehmen über Innovationen die Möglichkeit, Wettbewerber zu verdrängen, bestehende Märkte besser zu durchdringen und neue Marktpotenziale zu erschließen.[2]

Professionalisierung des Innovationscontrollings unabdingbar

Trotz der Relevanz von Innovationen für Unternehmen ist der professionelle Umgang mit Innovationen noch in den Anfängen. So zeigen aktuelle Studien, dass lediglich 55 % der befragten Unternehmen im Kontext der betrieblichen Leistungsmessung eine systematische Erfolgsmessung ihrer Innovationsaktivitäten durchführen[3] und nur 44 % der Unternehmen mit ihrem Innovationsreporting zufrieden sind.[4] Für die kontinuierliche Umsetzung eines erfolgreichen Innovationsmanagements ist eine Professionalisierung des Innovationscontrollings somit unabdingbar. Im Mittelpunkt steht dabei eine systematische Steuerung aller Innovationsaktivitäten mittels relevanter Kennzahlen im Rahmen eines Innovation Performance Measurement.

Zielsetzung des Beitrags

Ziel dieses Beitrags ist es, den Nutzen und die Anwendungsmöglichkeiten eines Innovation Performance Measurement aufzuzeigen. Da die Auswahl von Kennzahlen unternehmens- und innovationsspezifisch erfolgen muss, lassen sich keine generellen Empfehlungen zu "richtigen" Innovationskennzahlen geben. Mit diesem Beitrag wollen wir jedoch die Vielfalt bestehender Kennzahlen würdigen und Unternehmen Hinweise geben, wie diese aus der Fülle bereits bestehender Kennzahlen die für sie richtigen Kennzahlen auswählen oder gar neue Kennzahlen für sich entdecken können. Dabei wird auf die Ergebnisse der Focus Group "Innovationsmanagement & -controlling" zurückgegriffen, in der – unter Mitwirkung von 8 Praxisunternehmen – ein Innovationskennzahlenkatalog entwickelt wurde.

 
Hinweis

Praxisbeispiel zur Unternehmensgruppe fischer

In dem Beitrag "Innovationskennzahlen: Erfolgreicher Einsatz bei einem Innovationsführer" wird die praktische Anwendung von Innovationskennzahlen bei der Unternehmensgruppe fischer, einem anerkannten Innovationsführer in der deutschen Industrie, dargestellt.

[1] Vgl. BMBF, 2014, S. 46.
[2] Vgl. Möller/Janssen, 2009, S. 89.
[3] Vgl. Munck/Tkotz/Heidenreich, 2014, S. 23.
[4] Vgl. Erhardt/Riedrich, 2009, S. 32.

2 Kennzahlen zur Innovationssteuerung

2.1 Einordnung in das Innovationsmanagement & -controlling

Das Innovation Performance Measurement gilt als zentrale Aufgabe eines umfassenden Innovationscontrollings[1] und wird somit als wesentliches Bindeglied zwischen dem Innovationsmanagement und dem Controlling verstanden.

Innovationsmanagement ist auch Risikomanagement

Das Innovationsmanagement verantwortet alle Innovationstätigkeiten eines Unternehmens und umfasst sämtliche Aktivitäten von der Formulierung der Innovationsstrategie bis hin zur Vermarktung der Innovation. Innovationen sind dabei grundsätzlich als Investitionen zu betrachten, da zu Beginn oftmals große Ausgaben entstehen, die aufgrund einer positiven Erwartung an zukünftige Einnahmen getätigt werden. Die Einordnung der Innovation als Investition wird zudem durch den immateriellen Charakter und zumeist ungenauen zeitlichen Horizont bestärkt, der auf dem Weg bis zur Realisierung der Idee und ihrer Umsetzung am Markt notwendig ist. Diese Umstände zeigen auch den Risikocharakter von Innovationen auf. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, den Innovationsmanagementprozess über ein Innovation Performance Measurement mit Kennzahlen steuern zu können, das diesen speziellen Anforderungen gerecht wird.

Controlling & Performance Measurement

Der Begriff "Performance Measurement" hat sich seit Ende der 1980er-Jahre in der englischsprachigen Controlling- und Management-Accounting-Literatur durchgesetzt. Auch im deutschsprachigen Raum ist der Begriff mittlerweile das Sc...

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