Entschloss sich eine Stiftung steuerbegünstigte Zwecke zu verfolgen, wandte sie sich i. d. R. außerhalb des normalen Veranlagungsverfahrens zur Körperschaftsteuer an das zuständige Finanzamt. Denn ein besonderes Anerkennungsverfahren war im steuerlichen Gemeinnützigkeitsrecht nicht vorgesehen. Ob eine Stiftung endgültig steuerbegünstigt ist oder nicht, entscheidet das Finanzamt im Veranlagungsverfahren durch Steuerbescheid (ggf. durch Freistellungsbescheid). Während vor der Geltung des Gesetzes zur Stärkung des Ehrenamts das Finanzamt im Falle der Nichtbeanstandung der Satzung eine vorläufige Bescheinigung erteilte, wird nunmehr durch Feststellungsbescheid gem. § 60a AO entschieden, ob die Satzung der Stiftung die Voraussetzung der §§ 51, 59, 60 und 61 AO (formelle Satzungsmäßigkeit) erfüllt. Weil die vorläufige Bescheinigung kein Verwaltungsakt war und daraufhin nicht die erforderliche Rechtssicherheit gewährleisten konnte, hat sich der Gesetzgeber entschieden, dieses Verfahren durch ein formelles Feststellungsverfahren mit Bindungswirkung zu ersetzen. Auf dieser Grundlage darf die Stiftung Spenden empfangen und Zuwendungsbestätigungen nach § 63 Abs. 5 Nr. 2 AO ausstellen.

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