[Vorspann]

Dieser überarbeitete International Accounting Standard ersetzt den vom Board im Oktober 1975 genehmigten IAS 2, Bewertung und Darstellung von Vorräten im Zusammenhang mit dem historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzip. Der überarbeitete Standard war erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Januar 1995 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.

Im Mai 1999 änderte IAS 10 (überarbeitet 1999), Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, Paragraph 28. Der geänderte Text trat in Kraft, als IAS 10 (überarbeitet 1999) in Kraft trat – d. h. er war erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Januar 2000 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.

Im Dezember 2000 änderte IAS 41, Landwirtschaft, den Paragraphen 1 und fügte den Paragraphen 16A ein. Der geänderte Text ist erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am 1. Januar 2003 oder danach beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.

Eine SIC-Interpretation bezieht sich auf IAS 2:

  • SIC-1: Stetigkeit – Unterschiedliche Verfahren zur Zuordnung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vorräten.

Die fett und kursiv gedruckten Vorschriften sind in Verbindung mit den Hintergrundmaterialien und den Anwendungsleitlinien dieses Standards sowie in Verbindung mit dem Vorwort zu den International Accounting Standards zu betrachten. International Accounting Standards brauchen nicht auf unwesentliche Sachverhalte angewendet zu werden (siehe Paragraph 12 des Vorwortes).

Zielsetzung

Die Zielsetzung dieses Standards ist es, die Behandlung von Vorräten unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips zu regeln. Die primäre Fragestellung ist dabei die Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die als Vermögenswert anzusetzen und fortzuschreiben sind, bis die entsprechenden Erlöse realisiert sind. Dieser Standard gibt praktische Anleitungen für die Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten und deren nachfolgende Erfassung als Aufwand einschließlich etwaiger Abwertungen auf den Nettoveräußerungswert. Er enthält außerdem Anleitungen hinsichtlich der Verfahren, nach denen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Vorräten zugeordnet werden.

Anwendungsbereich

1.

Dieser Standard ist in Abschlüssen, die unter Beachtung des historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzips erstellt werden, auf die Bilanzierung von Vorräten anzuwenden; davon ausgenommen sind:

 

(a)

Unfertige Erzeugnisse im Rahmen von Fertigungsaufträgen einschließlich damit unmittelbar zusammenhängender Dienstleistungsverträge (siehe IAS 11, Fertigungsaufträge);

 

(b)

Finanzinstrumente;

 

(c)

Vorräte von Erzeugern land- und forstwirtschaftlicher Erzeugnisse, Erze und landwirtschaftliche Erzeugnisse jeweils insoweit, als diese Erzeugnisse in Übereinstimmung mit der gut eingeführten Praxis bestimmter Industriezweige mit dem Nettoveräußerungswert bewertet werden; und

 

(d)

Biologische Vermögenswerte, die mit einer landwirtschaftlichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen (siehe IAS 41, Landwirtschaft).

2.

Dieser Standard ersetzt den 1975 genehmigten IAS 2, Bewertung und Darstellung der Vorräte im Rahmen des historischen Anschaffungs- oder Herstellungskostenprinzips.

3.

Die in Paragraph 1(c) genannten Vorräte werden in bestimmten Stadien der Erzeugung mit dem Nettoveräußerungswert bewertet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn landwirtschaftliche Erzeugnisse geerntet oder Erze gefördert worden sind und ihr Verkauf durch ein Termingeschäft oder eine staatliche Garantie gesichert ist; des Weiteren, wenn ein homogener Markt besteht, auf dem das Risiko der Unverkäuflichkeit vernachlässigt werden kann. Diese Vorräte sind aus dem Anwendungsbereich dieses Standards ausgeschlossen.

Definitionen

4.

Die folgenden Begriffe werden in diesem Standard mit der angegebenen Bedeutung verwendet:

Vorräte sind Vermögenswerte,

 

(a)

die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden;

 

(b)

die sich in der Herstellung für einen solchen Verkauf befinden; oder

 

(c)

die als Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe dazu bestimmt sind, bei der Herstellung oder der Erbringung von Dienstleistungen verbraucht zu werden.

Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

5.

Vorräte umfassen zum Weiterverkauf erworbene Waren, wie beispielsweise von einem Einzelhändler zum Weiterverkauf erworbene Handelswaren, oder Grundstücke und Gebäude, die zum Weiterverkauf gehalten werden. Des Weiteren umfassen Vorräte vom Unternehmen hergestellte Fertigerzeugnisse und unfertige Erzeugnisse sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe vor Eingang in den Herstellungsprozess. Im Falle eines Dienstleistungsunternehmens beinhalten Vorräte die Kosten der Leistungen, wie in Paragraph 16 beschrieben, für die das Unternehmen noch keine entsprechenden Erlöse vereinnahmt hat (siehe IAS 18, Erträge).

Bewertung von Vorräten

6.

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert zu bewerten.

Anschaffungs- und Herstellungskosten von Vorräten

[Abschnitt]

7.

In die Anschaffungs- oder Herstellun...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Finance Office Premium. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Finance Office Premium 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge