Sind Gegenstand eines Leistungsaustauschs nicht nur Lieferungen, sondern auch oder nur Leistungen, ist ein tauschähnliches Geschäft gegeben.

 
Praxis-Beispiel

Tauschähnliches Geschäft

Fabrikant A und Bauunternehmer B vereinbaren den Austausch eines bei A mit 20.000 EUR aktivierten Grundstücks gegen Bauleistungen des B am Fabrikgebäude des A (Erstellung eines Anbaus). Die Verkehrswerte des Grundstücks und der Bauleistung betragen je 82.000 EUR (Selbstkosten des B 62.000 EUR).

A aktiviert den Anbau mit 82.000 EUR und realisiert stille Reserven aus dem Grundstücksübergang mit 62.000 EUR (Wert der Gegenleistung abzüglich Buchwert des weggegebenen Grundstücks). B aktiviert das erhaltene Grundstück ebenfalls mit 82.000 EUR und realisiert einen Gewinn von 20.000 EUR i. H. d. Unterschiedsbetrags zwischen Grundstückswert und Selbstkosten.

Bei der Überführung von Wirtschaftsgütern in das Betriebsvermögen einer Personengesellschaft gegen Gewährung von Gesellschafterrechten (= Sacheinlage) handelt es sich aus ertragsteuerrechtlicher Sicht um ein tauschähnliches Geschäft[1] und damit um eine Veräußerung. Der Gesellschafter überträgt den Sachwert auf die Gesellschaft und erhält dafür den Gesellschaftsanteil. Aus Sicht der Gesellschaft liegt das Anschaffungsgeschäft in der Hingabe der Einlageforderung gegen den Empfang des Sachwerts. Das gilt auch insoweit, als ein Teil des Einbringungswerts in eine Kapitalrücklage eingestellt wird.[2]

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