In der Geschichte der Kostenrechnung sind die Gemeinkosten lange Zeit unbeachtet geblieben. Die Beschäftigung mit den direkten Kosten war zum einen wesentlich einfacher. Zum anderen versprachen die direkten Kosten ein ausreichendes Potenzial zur Kostenreduktion. Erst als dieses aufgebraucht war und der Gemeinkostenblock durch die technische Entwicklung (flexible Fertigungszentren, digitale Steuerungen) anwuchs, wurden neue Ansätze zur Kontrolle der Gemeinkosten geschaffen.

In den Gemeinkosten finden sich alle Kostenarten wieder. Ausschlaggebend für die Zuordnung zu den Gemeinkosten ist nicht die Ar, sondern der Verursacher. Werden Kosten nicht direkt vom Produkt verursacht, sind es Gemeinkosten.

  • In den Gemeinkosten finden sich alle Personalkosten, die nicht zu den Fertigungslohnkosten gehören. Typisch sind die Gehälter für Meister und Hilfskräfte in der Fertigung sowie die Personalkosten aus der Verwaltung und dem Vertrieb.
  • Auch Materialkosten können Gemeinkosten sein. Neben den typischen Hilfsmaterialien, die in den Kostenstellen verbraucht werden, können auch Fertigungsmaterialien zu Gemeinkostenmaterial werden, wenn der Einsatz für entsprechende Aufgaben erfolgt.
  • Große Teile der Energiekosten werden in den meisten Unternehmen als Gemeinkosten behandelt. Selbst in der Fertigung fehlt oft die technische Möglichkeit, eine direkte Zuordnung zu den Produkten durchzuführen.
  • Weitere typische Kostenarten sind u. a. Gebäudekosten, Versicherungen, Transporte oder IT-Kosten.

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