Analysiert man die bestehende Literatur, so existieren zahlreiche Empfehlungen zur Gestaltung von Performance-Management-Projekten[1] sowie groß angelegte wissenschaftliche Untersuchungen, in denen die erfolgskritischen Management-Disziplinen ermittelt werden, die zu langfristigem Erfolg führen.

Eine Langzeitstudie, die über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 160 Unternehmen und über 200 Managementpraktiken untersuchte, sticht dabei besonders hervor. Ziel der Studie war es herauszufinden, ob sich bei den Unternehmen, die nachweislich über einen Zeitraum von insgesamt 10 Jahren finanziell erfolgreich geblieben sind, bestimmte Muster hinsichtlich der angewandten Managementmethoden und -instrumente identifizieren ließen.

Das Ergebnis war so einfach, wie verblüffend: Unternehmen, die dauerhaft einer bestimmten Kombination aus Managementmethoden folgten, die die Autoren, die "4+2 Formel" für nachhaltigen Geschäftserfolg nennen, haben eine mehr als 90 %ige Wahrscheinlichkeit dauerhaft finanziell erfolgreich zu sein.[2]

Gleichzeitig zeigte sich, dass es die einzelne allumfassende Managementmethode oder das Allgemeinkonzept des Erfolgs nicht gibt. Vielmehr ist ein stimmiger Zusammenschluss verschiedener Managementdisziplinen und -Praktiken erforderlich, um langfristig Höchstleistung zu erbringen, wobei dies gleichzeitig auch mit bestimmten Freiheitsgraden an Kombinationsmöglichkeiten für Unternehmen verbunden ist.

Formel als bestes Rezept für nachhaltigen Erfolg

Im Folgenden sind die erfolgskritischen Managementdisziplinen der 4+2 Formel skizziert (vgl. Abb. 2), die Unternehmen mit einem wachsamen Auge verfolgen sollten.

Abb. 2: Die verbindlichen und optionalen Managementdisziplinen der 4+2 Formel

Diese "4+2 Formel" für nachhaltigen Geschäftserfolg besteht im Kern aus

  • vier verbindlichen (primären) Managementdisziplinen, die gleichermaßen angewandt werden müssen:

    1. Strategieentwicklung

      Sie funktioniert, unabhängig davon, ob sie auf Preise oder auf innovative Produktentwicklung ausgerichtet ist, vor allem dann, wenn sie auf den Punkt ausdefiniert, klar kommuniziert und von Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Investoren gleichermaßen verstanden wird.

    2. Strategieumsetzung/-ausführung

      Die Operationalisierung der strategischen Ausrichtung ist solange wirkungsvoll, wie operationale Prozesse möglichst effizient, fehler- und reibungsfrei ablaufen können. Dabei ist es nicht entscheidend, die Kunden immer vollkommen zufrieden zu stellen, sondern sie möglichst nicht zu enttäuschen.

    3. Kulturoptimierung

      Die Arbeit muss einerseits Spaß machen, damit Mitarbeiter sich gerne einbringen. Andererseits sollte dies aber auch mit hohen Ansprüchen an die Leistungserbringung einhergehen. Beides sollte sich entweder im Rahmen der Unternehmenskultur, den bestehenden Führungs- und Anreizsystemen oder in den Bemühungen in Richtung einer Kulturoptimierung widerspiegeln.

    4. Strukturoptimierung

      Effizienzverbesserungen im Sinne einer Organisationsstrukturierung nach Produkten, Geographie, Kunden etc. können wichtig sein. Allerdings nur, wenn solche Bemühungen zur Strukturoptimierung auch gleichzeitig den Grad an Bürokratie im Unternehmen reduzieren und die Arbeit insgesamt spürbar vereinfachen.

  • vier optionalen (sekundären) Managementdisziplinen, von denen allerdings immer nur zwei von vier beliebig ausgewählt und angewendet werden müssen.

    1. Talentoptimierung

      Erfolgreiche Unternehmen schaffen es, talentierte High-Potentials langfristig im Unternehmen zu halten und zu motivieren sowie zugleich neue Talente sowohl zu akquirieren als auch im Unternehmen zu entwickeln.

    2. Innovationsoptimierung

      Agile Unternehmen entwickeln innovative Produkte und Dienstleistungen, indem sie ihre Bemühungen darauf ausrichten, negativen und störenden Entwicklungen auf dem Markt oder innerhalb ihres Geschäftsfeldes frühzeitig zuvorzukommen. Damit agieren sie in erster Linie auf eine proaktive Weise, anstatt sich auf neue Situationen nur reaktiv einzustellen.

    3. Führungsoptimierung

      Die Auswahl der richtigen Unternehmensführung oder von geeigneten Managern mit einem effektiven Führungsstil kann die Leistung eines Unternehmens erheblich steigern. Wichtig ist dabei, dass der Austausch zwischen Mitarbeitern aller Hierarchieebenen und das Potential zur Erkennung von Problemen und Chancen intensiv gefordert und gefördert werden.

    4. Fusionen und Partnerschaften

      Alle bisher vorgestellten Management-Disziplinen sind darauf ausgerichtet, die unternehmensinterne Leistungsoptimierung im Sinn eines Performance Managements zu erreichen. Es zeigt sich jedoch, dass auch Unternehmen, die erfolgreich mit anderen Unternehmen fusionieren oder strategische Partnerschaften eingehen, langfristig erfolgreich sind.

Das Fazit der Studie zeigt, dass Unternehmen einen Mix aus sechs verschiedenen Disziplinen verfolgen und im Rahmen eines ganzheitlichen Managementsystems integrieren sollten, um ihre Leistung zu optimieren und langfristig erfolgreich zu sein.

Doch auch wenn die Integration verschiedener Management-Aspekte sicherlich n...

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