Rz. 261

Durch das AltEinkG v. 5.7.2004 ist die Höchstbetragsrechnung ersetzt worden (Rz. 225, 262ff.). Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung und gleichgestellte i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG sind bis zu einem einheitlichen Höchstbetrag von 20.000 EUR abziehbar. Durch das ZKAnpG (Rz. 1j) ist der Höchstbetrag ab 1.1.2015 an den Höchstbetrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung angekoppelt worden, der von der Bundesregierung im Verordnungsweg festgelegt wird. Er beträgt für 2018 23.713 EUR, für 2019 24.305 EUR, für 2020 25.046 EUR und für 2021 25.787 EUR.[1] Beiträge an Versicherungen i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG a. F. sind bis zu einem zusätzlichen Höchstbetrag von 2.400 EUR bzw. 1.500 EUR abziehbar.

Die Höchstbeträge für Versicherungen i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG (bisher Abs. 1 Nr. 3 EStG) sind durch das BürgerEntlG Krankenversicherung auf 2.800 EUR bzw. 1.900 EUR erhöht worden (Rz. 269a).

[1] BT-Drs. 18/3441, 60.

5.1 Höchstbetrag für Versicherungen i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG (§ 10 Abs. 3 EStG)

 

Rz. 262

Nach § 10 Abs. 3 EStG beträgt der Höchstbetrag für Versicherungen i. S. d. § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG 20.000 EUR, im Fall zusammen veranlagter Ehegatten[1] 40.000 EUR. Siehe auch Rz. 261.

Der Höchstbetrag gilt für Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen (Rz. 56ff.), zur landwirtschaftlichen Alterskasse (Rz. 59), berufsständischen Versorgungseinrichtungen (Rz. 60), privaten kapitalgedeckten Lebensversicherungen (Rz. 62ff.) sowie Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und verminderter Erwerbstätigkeit (Rz. 66f.).

Zu den Beiträgen sind der nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfreie Arbeitgeberanteil und ein diesem gleichgestellter steuerfreier Zuschuss des Arbeitgebers hinzuzurechnen. Dies gilt auch für Beiträge nach § 168 Abs. 1 Nr. 1b oder 1c SGB VI oder nach § 172 Abs. 3 oder 3a SGB VI bei versicherungspflichtig bzw. versicherungsfrei geringfügig Beschäftigten (§ 10 Abs. 3 S. 7 EStG). Im Rahmen der Ermittlung des abziehbaren Höchstbetrags sind diese Beträge von den zu berücksichtigenden Aufwendungen wieder abzuziehen. Dies ist im Regelfall für den geringfügig Versicherten wegen des Abzugs bei der Höchstbetragsberechnung nachteilig, im Übrigen wirken sich die Beträge bei der späteren Rentenhöhe kaum aus. Durch das JStG 2008 v. 20.12.2007[2] ist mit Wirkung ab Vz 2008 in den Fällen der §§ 168 Abs. 1 Nr. 1b oder 1c, 172 Abs. 3 oder 3a SGB VI ein Wahlrecht eingeräumt worden, diese Beträge nur auf Antrag des Stpfl. einzubeziehen, wenn der Stpfl. die Hinzurechnung dieser Beträge nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 S. 7 EStG beantragt hat.

Bei der Beurteilung der Steuerfreiheit von Beiträgen des Arbeitgebers zu Zukunftssicherungsleistungen des Arbeitnehmers in der Schweiz, ist zwischen obligatorischen und überobligatorischen Beiträgen zu differenzieren.[3] Beginnend ab Vz 2005 sind in diesem Vz lediglich 60 % der Vorsorgeaufwendungen abziehbar. Dieser Betrag erhöht sich jährlich um 2 %, sodass im Vz 2025 100 % der Vorsorgeaufwendungen abziehbar sind.

 
Praxis-Beispiel

Altersvorsorgeaufwendungen eines ledigen Arbeitnehmers in 2018

Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 3.500 EUR

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 3.500 EUR

private Lebensversicherung 2.000 EUR

Altersvorsorgebeiträge insgesamt 9.000 EUR

davon 86 %: 7.740 EUR

abzüglich Arbeitgeberanteil 3.500 EUR

Altersvorsorgeaufwendungen 4.240 EUR

Prüfung des Höchstbetrags

Höchstbetrag 23.713 EUR

davon 86 %: 20.393 EUR

abzüglich Arbeitgeberanteil 3.500 EUR

maximaler Abzugsbetrag 2018: 16.893 EUR

Ergebnis: abzugsfähig sind im Jahr 2018: 4.240 EUR .

Von den insgesamt abziehbaren 4.240 EUR  entfallen 2.520 EUR auf den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung, 1.720 EUR auf die Zusatzversorgung (= 86 %  von 2.000 EUR).

Rz. 263 einstweilen frei

 

Rz. 264

Bei Stpfl., die zum Personenkreis des § 10 Abs. 3 S. 3 Nr. 1 oder 2 EStG gehören, ist der Höchstbetrag zu kürzen. Der Höchstbetrag ist um den Betrag zu kürzen, der, bezogen auf die Einnahmen aus der Tätigkeit, die die Zugehörigkeit zum genannten Personenkreis begründen, dem Gesamtbeitrag (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zur gesetzlichen Rentenversicherung entspricht (§ 10 Abs. 3 S. 3 EStG). Abzustellen ist auf den zu Beginn des jeweiligen Kj. geltenden Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung. Es ist somit ein fiktiver Gesamtversicherungsbeitrag zu ermitteln und in Abzug zu bringen. Dieser Betrag errechnet sich im Jahr 2005 mit 60 % des Gesamtbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung. Er erhöht sich bis zum Jahr 2025 um jährlich 2 % auf 100 %. Berechnungsgrundlage sind die Bruttobezüge unter Berücksichtigung der Beitragsbemessungsgrundlage in der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei der Berechnung des Kürzungsbetrags ist einheitlich höchstens auf die Beitragsbemessungsgrundlage (Ost) in der allgem. Rentenversicherung abzustellen. Das sind für Vz 2017: 18,7 % aus 68.400 EUR, also 12.790 EUR und für Vz 2018: 18,6 % aus 69.600 EUR, also 12.945 EUR.[4]

Bei Stpfl., die zum Personenkreis des § 10 Abs. 3 S. 3 Nr. 1 oder 2 EStG gehören, ist der Höchstbetrag zu kürzen. De...

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