Forderungen: Wie richtig ge... / 4.7 Erlöschen der Forderung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden ausgebucht, wenn sie bezahlt werden oder durch Aufrechnung erlöschen.

Erlassverträge gem. § 397 BGB und einseitige Verzichtserklärungen führen ebenfalls zum Erlöschen der Forderungen. Eine steuerliche Auswirkung des Forderungsverzichts beim Gläubiger erfolgt nur dann, wenn der Gegenstand des Verzichts der Einkommensteuer unterliegt und sich im Rahmen einer Einkunftsart auswirkt.

Der Verzicht des Gesellschafters auf den nicht werthaltigen Teil seiner Darlehensforderung gegen die Kapitalgesellschaft steht einer Abtretung gleich und führt nach Einführung der Abgeltungsteuer zu einem gem. § 20 Abs. 2 Satz 2 EStG steuerlich zu berücksichtigenden Forderungsausfall. Steuerliche Auswirkungen hat der Forderungsverzicht jedoch nur, wenn der Steuerpflichtige für den nicht werthaltigen Teil der Forderung Anschaffungskosten getragen hat.

§ 20 Abs. 6 Sätze 5 und 6 EStG n. F. aufgrund des Gesetzes zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen regeln, dass der Forderungsausfall und der Forderungsverzicht einer Kapitalforderung zu negativen Einkünften nach § 20 EStG führen können. Allerdings gibt es eine Verlustverrechnungsbegrenzung.

 
Hinweis

Subsidiarität von § 20 EStG

§ 20 EStG kommt nach § 20 Abs. 8 EStG nicht zur Anwendung, soweit es sich bei Forderungsverzicht und Forderungsausfall um nachträgliche Anschaffungskosten nach § 17 Abs. 2a EStG handelt und die Aufwendungen daher zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören.

§ 17 Abs. 2a Satz 3 Nr. 2 EStG n. F. (JStG 2019) regelt, dass Darlehensverluste zu nachträglichen Anschaffungskosten führen, soweit die Gewährung des Darlehens oder das Stehenlassen des Darlehens in der Krise der Gesellschaft gesellschaftsrechtlich veranlasst war.

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