Firmen-Pkw, Anschaffung / 3.2.3 Umweltbonus

Zur Förderung alternativer Antriebstechnologien wurde 2016 der Umweltbonus geschaffen, der jeweils zur Hälfte von der Bundesrepublik Deutschland und von der Industrie finanziert wird. Auf Basis der "Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen" wird den Käufern eine Förderung in Höhe von 4.000 EUR für rein elektrische Fahrzeuge und in Höhe von 3.000 EUR für bestimmte Hybridfahrzeuge gewährt. Die praktische Umsetzung der Förderung erfolgt in 2 Stufen:

  • Rabattgewährung in Höhe von 50 % der Fördersumme durch den Hersteller beim Kauf eines geförderten Fahrzeugs: Beim Kauf eines geförderten Fahrzeugs muss der Netto-Kaufpreis für den Käufer um mindestens 2.000 EUR (bei rein elektrischen Fahrzeugen) bzw. 1.500 EUR (für geförderte Hybridfahrzeuge) unterhalb des sog. BAFA-Listenpreises liegen. Nur wenn diese Bedingung aus der Kaufpreisrechnung ersichtlich ist und erfüllt ist, wird das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Antrag positiv entscheiden. Der "BAFA-Listenpreis" ist der Netto-Listenpreis des Basismodells zum 31.12.2015, der dem BAFA vorliegt.
  • Auszahlung eines Zuschusses von 50 % der Fördersumme durch das BAFA an den Käufer (nach Antragstellung): Der Förderanteil des Bundes muss unter Vorlage einer verbindlichen Bestellung bzw. eines Kauf- oder Leasingvertrags beim BAFA beantragt werden. D.h. Käufer benötigen für die Antragsstellung eine Rechnung, die den Industrieanteil der Förderung als Preisnachlass offen vom BAFA-Listenpreis absetzt. Demzufolge müssen z. B. Sonderausstattungen gesondert aufgeführt werden. Die Prüfung des Antrags und die Auszahlung an den Käufer des Fahrzeugs erfolgt durch das BAFA.

Die bilanzielle Behandlung der Umweltprämie ist ebenfalls zweigeteilt. Der Industrieanteil ist ein auf der Kaufrechnung vom Nettopreis abgesetzter Rabatt, der als Anschaffungspreisminderung i. S. d. § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB anzusehen ist.

Hingegen ist der nicht rückzahlbare Förderbetrag, der durch das BAFA an den Erwerber ausgezahlt wird, ein echter Zuschuss, da die Zahlung unabhängig von einer konkreten Gegenleistung erfolgt.

Handelsrechtlich müssen entweder die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines begünstigten Wirtschaftsguts um den erhaltenen Zuschuss gekürzt oder ein Passivposten (bzw. Sonderposten für Zuschüsse) gebildet werden, der dann über die Nutzungsdauer des begünstigten Wirtschaftsguts erfolgswirksam aufgelöst wird. Für bestimmte Fallkonstellationen wird auch ein Wahlrecht zur sofortigen erfolgswirksamen Vereinnahmung vertreten.[1]

Steuerrechtlich besteht nach R 6.5 Abs. 2 EStR für Investitionszuschüsse ein Wahlrecht, diese entweder erfolgsneutral von den Anschaffungskosten eines subventionierten Wirtschaftsguts abzusetzen oder sie im Jahr des Zuflusses sofort ertragswirksam zu vereinnahmen.

 
Praxis-Beispiel

Kauf eines neuen Elektrofahrzeugs mit Umweltbonus

Ausgangsdaten wie im Beispiel zuvor. Die Umsätze von Herrn Huber unterliegen insgesamt der Umsatzsteuer, weshalb er uneingeschränkt zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Herr Huber erwirbt im Dezember 02 einen weiteren Pkw für 19.000 EUR zuzüglich 19 % = 3.610 EUR Umsatzsteuer von Autohändler Meyer (Konto 66389). Dabei handelt es sich um ein neues Elektrofahrzeug, das die Anforderungen zur Förderung nach der "Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen" erfüllt.

Der sog. BAFA-Listenpreis beträgt 20.000 EUR. Als Sonderausstattung bestellt Herr Huber eine Metalliclackierung und ein Sonnendach. Der Händler macht folgende Aufstellung (in EUR):

 
  Bruttolistenpreis 23.800
- Umsatzsteuer 3.800
= Nettolistenpreis Basismodell 20.000
- Eigenbetrag des Automobilherstellers am Umweltbonus (sog. Industrieanteil) 2.000
= Netto-Kaufpreis 18.000
+ Metalliclackierung 600
+ Sonnendach 400
= Nettobetrag (gesamt) 19.000
+ Umsatzsteuer 3.610
= Bruttobetrag (gesamt) 22.610

Herr Huber unterschreibt am 14.12.02 den Kaufvertrag bei Händler Meyer. Tags darauf stellt er online den Antrag auf Förderung beim BAFA und reicht u. a. den Kaufvertrag ein. Die Zulassung des Fahrzeugs durch den Händler erfolgt am 22.12.02 und die Auslieferung bzw. Abholung am 28.12.02. Bereits am 14.12.02 hat Autohändler Meyer Herrn Huber eine Gesamtrechnung ausgestellt mit dem Vermerk: "Voraussichtliche Übergabe bzw. Lieferung 28.12.02. Der Gesamtbetrag ist vor Übergabe zu zahlen." Am 23.12.02 überweist Herr Huber den gesamten Bruttorechnungsbetrag an Autohändler Meyer.

Vorschlag zur Buchung der Anzahlung am 23.12.02:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0499/0795 Anzahlungen auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.000 1200/1800 Bank 22.610
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 3.610      

Vorschlag zur Buchung bei Lieferung des Fahrzeugs am 28.12.02:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0320/0520 Pkw 19.000 0499/0795 Anzahlungen auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 19.000

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