Firmen-Pkw, Anschaffung / 3.2.2 Umwelt- und Umtauschprämie

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie Umwelt-und Umtauschprämien für Diesel-Neufahrzeuge im Zuge der Anschaffung von betrieblichen Pkw zu berücksichtigen sind:

  • Seit August 2017 bieten einige Automobilhersteller eine bundesweit gültige Umweltprämie an, die z. T. auch im Jahr 2019 gewährt wird. Die Ausgestaltung der Umweltprämie ist von Hersteller zu Hersteller sehr verschieden. Oftmals ist die Rabattgewährung bei Kauf eines Neuwagens daran geknüpft, dass ein Dieselfahrzeug unterer Schadstoffklassen (z. B. 1 bis 3) nachweislich verschrottet wurde oder in Zahlung gegeben wird. Je nach Hersteller sind die Rabatte auch für Betriebsfahrzeuge und Nutzfahrzeuge verfügbar.
  • Davon zu unterscheiden ist die Umtauschprämie, die seit Ende Oktober 2018 von einigen Herstellern (bislang) nur in den von der Bundesregierung festgelegten besonders CO2-belasteten Städten und angrenzenden Landkreisen gewährt wird. Auch die Umtauschprämien werden durch die Hersteller eingeräumt und sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich ausgestaltet. Oftmals ist der Erhalt der Prämie bei Kauf eines Neuwagens daran geknüpft, dass ein Dieselfahrzeug der Schadstoffklassen 4 oder 5 in Zahlung gegeben oder verschrottet wird. Häufig gelten die Rabatte für Privatkunden und gewerbliche Kunden, die keine Großkunden sind.

In Bezug auf die buchhalterische Behandlung ist in beiden Fällen entscheidend, dass die Prämien im Zuge der Anschaffung durch den Händler gewährt werden. Die tatsächliche Abwicklung der Prämie erfolgt damit über den Händler, weshalb sie aus der Sicht des Käufers in unmittelbarem Zusammenhang mit den Anschaffungskosten bzw. mit der Anschaffung des Neufahrzeugs und der Verschrottung des Altfahrzeugs steht. Daher stellt sowohl die Umwelt- als auch die Umtauschprämie eine Anschaffungspreisminderung i. S. d. § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB dar,[1] die die Anschaffungskosten mindern.

 
Praxis-Beispiel

Kauf eines neuen Diesel-Pkw mit Umweltprämie und Inzahlungnahme eines gebrauchten Pkw

Ausgangsdaten wie im Beispiel zuvor. Die Umsätze von Herrn Huber unterliegen insgesamt der Umsatzsteuer, weshalb er uneingeschränkt zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Herr Huber erwirbt im Januar 02 einen weiteren Pkw für 30.000 EUR zuzüglich 19 % = 5.700 EUR Umsatzsteuer von Autohändler Müller (Konto 77289). Dabei handelt es sich um einen neuen Euro-6-Diesel-Pkw (Neufahrzeug), für den Herr Huber eine Umweltprämie des Herstellers i. H. v. 7.140 EUR (brutto) in Anspruch nehmen kann, wenn er einen gebrauchten Diesel-Pkw der Euroklassen 1-4 (Altfahrzeug) in Zahlung gibt oder verschrottet.

Dementsprechend gibt Herr Huber einen 5 Jahre alten Euro-4-Diesel-Pkw mit einem Restbuchwert zum 31.01.02 von 6.416,67 EUR (Anschaffungskosten 42.000 EUR; 6 Jahre Nutzungsdauer) in Zahlung. Da der Verkaufspreis für ältere Diesel aufgrund drohender Fahrverbote gesunken ist, bietet der Händler eine Inzahlungnahme zu lediglich 5.000 EUR (brutto) an. Im Zuge der Übergabe der Fahrzeuge stellt Autohändler Müller eine Rechnung aus. Den Rechnungsbetrag überweist Herr Huber am nächsten Tag von seinem betrieblichen Girokonto aus an den Autohändler Müller.

Der Restbuchwert des Altfahrzeugs, das Herr Huber in Zahlung gibt, kann wie folgt ermittelt werden (in EUR):

 
  Anschaffungskosten Altfahrzeug 42.000,00
- Jahresabschreibung der Jahre 1 bis 5: 7.000,00
= Restbuchwert 31.12.01 7.000,00
- Anteilige Jahresabschreibung in 02 für Januar 02: 7.000 ÷ 12 = 583,33
= Restbuchwert 31.01.02 6.416,67

Insgesamt macht der Händler folgendes Angebot (in EUR):

 
  Bruttolistenpreis Neufahrzeug 35.700
- Umweltprämie 7.140
= Bruttopreis nach Umweltprämie 28.560
- Inzahlungnahme gebrauchter Diesel-Pkw 5.000
= Zu zahlender Betrag 23.560

Die Umweltprämie mindert als Anschaffungspreisminderung das Entgelt für den Erwerb des Neufahrzeugs. Die Anschaffungskosten des Neufahrzeugs mindern sich ebenfalls entsprechend. Da das Entgelt des Händlers für die Lieferung z. T. in einer Gegenlieferung besteht (Lieferung Altfahrzeug und Zuzahlung durch Herrn Huber), handelt es sich um einen Tausch mit Baraufgabe.

Die Anschaffungskosten des Neufahrzeugs von Herrn Huber können unter Beachtung der Umsatzsteuer wie folgt abgeleitet werden (in EUR):

 
  Gemeiner Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts (Altfahrzeug) (Bruttowert) 5.000
+ Hingegebene Baraufgabe 23.560
= Zwischensumme 28.560
- Enthaltene Umsatzsteuer (Vorsteuer) 4.560
= Anschaffungskosten 24.000

Aus dem Verkauf des Altfahrzeugs ergibt sich folgender Veräußerungsverlust für Herrn Huber (in EUR):

 
  Gemeiner Wert des hingegebenen Wirtschaftsguts (Altfahrzeug) (Bruttowert) 5.000,00
- Abzuführende Umsatzsteuer 798,32
= Nettoveräußerungserlös 4.201,68
- Buchwert 6.416,67
= Veräußerungsverlust -2.214,99

Buchungsvorschlag für den Erwerb des Neufahrzeugs bei Herrn Huber im Januar 02:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0320/0520 Pkw 24.000 77289 Kreditor Müller 28.560
1576/1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560      

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