Elektronische Lohnsteuerbes... / 1.2 Zuordnungskriterien Identifikationsnummer und eTIN

Für die Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung hat der Arbeitgeber als Ordnungsmerkmal die persönliche Identifikationsnummer (ID-Nr.) des Arbeitnehmers zu verwenden. Der Arbeitnehmer hat diese bei Eintritt in das Dienstverhältnis zum Zwecke des Abrufs der elektronischen Lohnsteuerkarte seinem Arbeitgeber mitzuteilen. Die ID-Nr. ist ins Lohnkonto einzutragen.[1] Die sog. eTIN (= elektronische Transfer-Identifikations-Nummer) ist für die Lohnsteuerbescheinigung nicht mehr als Ordnungsmerkmal zulässig.[2]

 
Wichtig

Weitergeltung der eTIN für bestimmte, im Ausland wohnende Steuerpflichtige

Auch nach der Einführung des ELStAM-Verfahrens sind Fälle möglich, in denen (aus technischen Gründen) ein Arbeitnehmer derzeit noch nicht am elektronischen Datenabruf teilnehmen kann. Bei im Ausland wohnenden Arbeitnehmern, bei denen im Rahmen der beschränkten Steuerpflicht ein Lohnsteuerfreibetrag zum Abzug kommt oder die nach § 1 Abs. 3 EStG auf Antrag unbeschränkt steuerpflichtig sind (sog. Grenzpendler)[3] kann verfahrenstechnisch eine Teilnahme am ELStAM-Verfahren frühestens ab 2022 erfolgen. Hier bleibt es bei der bisherigen eTIN als Ordnungsmerkmal für die elektronische Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung; ebenso in Ausnahmefällen, wenn dem Arbeitgeber keine ID-Nr. vorliegt. Die früher durch BMF-Schreiben geregelte Verfahrenspraxis ist durch eine gesetzliche Regelung ersetzt worden.[4] Die Verwendung der eTin als Ordnungsmerkmal für die Lohnsteuerbescheinigung ist letztmals für das Jahr 2022 anzuwenden.[5]

In die Anlage N sind wie bisher die Lohndaten einzutragen, insbesondere der steuerpflichtige Bruttoarbeitslohn sowie die im Lohnsteuerverfahren einbehaltene Lohnsteuer und die sonstigen Steuerabzugsbeträge. Anhand der ebenfalls dort anzugebenden ID-Nr. bzw. eTIN kann das Finanzamt einen Abgleich mit den Daten der vom Arbeitgeber elektronisch übermittelten Lohnsteuerbescheinigung vornehmen.

 
Wichtig

Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung

Dem Arbeitnehmer hat der Arbeitgeber einen Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung auszuhändigen bzw. elektronisch bereitzustellen.[6] Dieser Ausdruck dient ausschließlich der Information des Arbeitnehmers über den Inhalt der elektronisch an die Finanzbehörde übermittelten Lohnsteuerbescheinigung und hat darüber hinaus seine wesentliche Funktion in der Ausfertigung der Anlage N. Eine Verpflichtung zur Vorlage im Rahmen der Einkommensteuererklärung ist gesetzlich nicht vorgesehen. Gleichwohl ist weiter anzuraten, die Lohndaten ohne gesetzliche Verpflichtung in jedem Fall auch als Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung der Einkommensteuererklärung beizufügen. Im Einzelfall lassen sich hierdurch unnötige Rückfragen und damit Verzögerungen bei der Bearbeitung durch die Finanzämter vermeiden.

Eine Korrektur der elektronisch an das Finanzamt übermittelten Lohnsteuerbescheinigung ist zulässig, wenn es sich um eine bloße Berichtigung eines zunächst unrichtig übermittelten Datensatzes handelt.[7] Die erneut übersandte Lohnsteuerbescheinigung ist nicht als Korrektur gekennzeichnet, sondern die Berichtigung und damit die gültige Übermittlung ergeben sich aus der Datumsangabe. Voraussetzung hierfür ist, dass das ursprünglich verwendete Ordnungsmerkmal unverändert beibehalten wird.

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